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Wo in Europa stirbt man am ehesten bevor man 70 Jahre alt ist?

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Wo in Europa stirbt man am ehesten bevor man 70 Jahre alt ist?

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Reuters
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Männer in Russland und Frauen in Moldawien haben in Europa die höchste Wahrscheinlichkeit, an Krebs, Herzerkrankungen, Lungenerkrankungen oder Diabetes im Alter von 30 bis 70 Jahren zu sterben.

Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Bericht, für den Wissenschaftler die Zahl der Todesfälle durch die vier großen nicht übertragbaren Krankheiten in 180 Ländern analysiert haben.

Sie berechneten die Wahrscheinlichkeit, für einen 30-jähriger Mann und eine 30-jährige Frau zu sterben - bevor sie 70 Jahre alt werden.

Mehr als die Hälfte aller Länder wird die globalen Ziele zur Senkung der Todesfälle durch Krebs, Herzerkrankungen und andere chronische Erkrankungen nicht erreichen.

Der in der Fachzeitschrift Lancet veröffentlichte Bericht ist eine der detailliertesten globalen Studien über nichtübertragbare Krankheiten (NCDs) in der Geschichte.

Die Studie wurde gemeinsam vom Imperial College, der Weltgesundheitsorganisation und der NCD Alliance, einem Netzwerk von NGOs, durchgeführt.

Ziele zur Reduzierung der Sterblichkeit

Die Forschung zeigt, dass die Sterblichkeitsraten in einem von 10 Ländern entweder stillgestanden oder schlechter geworden sind.

Die höchsten Risiken für das Sterben an NCDs wurden weltweit in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, insbesondere in Afrika südlich der Sahara, sowie bei Männern in Zentralasien und Osteuropa beobachtet.

Im Jahr 2015 verpflichteten sich die Staats- und Regierungschefs der Welt, die Zahl der Todesfälle durch chronische Krankheiten bei den 30- bis 70-Jährigen im Rahmen der Ziele der nachhaltigen Entwicklung um ein Drittel zu senken.

Die jüngsten Zahlen zeigen jedoch, dass die Fortschritte bei der Lösung des Problems bisher zu langsam voranschreiten, um das Ziel 2030 zu erreichen.

In Europa hatte Island die geringsten Todesfälle bei Männern, während in Großbritannien Frauen im Alter von 30 Jahren eine Chance von 9% hatten, an einer der vier großen NCDs - Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Atemwegserkrankungen und Diabetes - vor ihrem 70. Geburtstag zu sterben, Männer hatten eine Wahrscheinlichkeit von 13%.

Insgesamt starben Frauen in Spanien und der Schweiz am seltensten vorzeitig, ebenso wie Männer in Island, der Schweiz, Schweden und Norwegen.

Im Gegensatz dazu gehörten Männer in Zentralasien (Mongolei, Kasachstan) und Osteuropa (Russland, Weißrussland) zu denjenigen, die am wahrscheinlichsten früh starben, und Frauen in Afrika südlich der Sahara, Guyana, Afghanistan, Jemen und Papua-Neuguinea.

In der folgenden Tabelle sehen Sie links die Sterblichkeitsrate für Frauen und rechts für Männer.

Die Studie mit dem Titel "NCD Countdown 2030", die vor einem hochrangigen UN-Treffen zu diesem Thema in dieser Woche in New York veröffentlicht wurde, ergab, dass die Sterblichkeit aufgrund chronischer Krankheiten zwar zurückgeht, die Rückgangsrate aber selbst in den Ländern innerhalb einer Region stark variiert.

Die Autoren glauben, dass dies auf eine mangelnde Verbesserung der Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol und Fettleibigkeit zurückzuführen sein könnte. Sie haben die Politik zum Handeln aufgerufen.

Zu den von ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen gehören die Einführung von Beschränkungen, Steuern und Werbeverboten zur Verringerung des Alkohol- und Tabakkonsums.

Sie forderten auch eine frühere Diagnose und Behandlung chronischer Krankheiten.

Übergewicht und Alkoholkomsum

Ein anderer WHO-Bericht zu Beginn des Monats kam zu dem Ergebnis, dass Deutschland mit 81 Jahren zwar oberhalb des Durchschnitts liegt, Deutsche aber überdurchschnittlich viel rauchen, trinken und zu viel Gewicht auf die Waage bringen.