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Umfrage: Deutsche vertrauen den USA so wenig wie noch nie

Der ARD-DeutschlandTrend zeigt, dass das Vertrauen in andere Staaten insgesamt nachgelassen hat.
Der ARD-DeutschlandTrend zeigt, dass das Vertrauen in andere Staaten insgesamt nachgelassen hat. Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
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Von Franziska Müller
Zuerst veröffentlicht am
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Deutsche vertrauen den USA so wenig wie noch nie, aber auch insgesamt wollen sich Deutsche weniger auf andere Staaten verlassen, wie der aktuelle ARD-DeutschlandTrend zeigt.

Die USA scheinen den Deutschen kein verlässlicher Partner mehr zu sein. Die Zeit der Wirtschaftssanktionen sowie der Angriff auf Venezuela und die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro am vergangenen Wochenende haben das Verhältnis laut dem aktuellen ARD-DeutschlandTrend stark belastet.

Generell ist das Vertrauen in viele Partner Deutschlands im Vergleich zu vorherigen Umfragen gesunken. Trotzdem denken die meisten Deutschen, dass Frankreich und Großbritannien verlässliche Partner sind.

Auf dem letzten Platz liegt Russland, etwa neun Prozent der Befragten des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap, das die Umfrage für den WDR ausgeführt hat, halten das Land noch für vertrauenswürdig.

Beachtet man die politische Orientierung der Russlandvertrauenden, so setzt sich dies aus 30 Prozent AfD-Anhängern, vier Prozent Linken-, jeweils drei Prozent SPD- und Unionsanhängern sowie 2 Prozent Grünen-Anhängern zusammen.

Vertrauen in die USA als Partner für Deutschland auf dem Tiefststand

Die USA hingegen haben noch nie so wenig Vertrauenswürdigkeit ausgesprochen bekommen wie im Januar 2026. Die Umfrage wurde kurz nach der US-Intervention in Venezuela durchgeführt.

72 Prozent der Deutschen verurteilen laut dem ARD-DeutschlandTrend diesen Eingriff und bewerten sie als nicht gerechtfertigt. 12 Prozent finden das Vorgehen gerechtfertigt, weitere 16 Prozent ordnen sich keiner der beiden Antworten zu. Auch hier gibt es deutliche Unterschiede, wenn man die politische Orientierung der Befragten betrachtet.

Von AfD-Anhängern finden 29 Prozent den US-Angriff auf Venezuela gerechtfertigt, bei Anhängern der Union sind es 16 Prozent. Bei allen anderen Partei-Anhängern beläuft sich die Zustimmung zur US-Intervention auf einstellige Werte. Mehr als jeweils 90 Prozent der SPD, Linken und Grünen finden die US-Intervention nicht gerechtfertigt.

Auch die deutsche Regierung reagierte zunächst zurückhaltend, Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes sei "komplex". Staatschef Nicolás Maduro habe eine "problematische Rolle" gespielt, "mit unseligen Allianzen weltweit und durch die Verstrickung Venezuelas in das Drogengeschäft", so Merz weiter.

Er schob nach: "Grundsätzlich müssen im Umgang zwischen Staaten die Prinzipien des Völkerrechts gelten." Für diese milde Reaktion wurde der Kanzler anschließend stark kritisiert. Auch die Deutschen sind sich in einer Reaktion nicht eins, wie der aktuelle ARD-DeutschlandTrend zeigt.

Merz' verhaltene Reaktion gegenüber Trump fanden laut der Umfrage 39 Prozent gut. Die Hälfte der Befragten hätte sich eine deutlichere Antwort von Bundeskanzler Merz gewünscht. Auch hier ist das Parteienspektrum weit voneinander entfernt. Während die Mehrheit der AfD-Anhänger die gemäßigte Reaktion gutheißt, hätten sich SPD (69 Prozent), Grüne und Linke (jeweils 78 Prozent) mehrheitlich eine deutlichere Reaktion gewünscht.

Die Unions-Anhänger spiegeln das Verhalten von Bundeskanzler Friedrich Merz, denn sie ist sich eher uneins als alle. Wähler von CDU und CSU tun sich laut der Umfrage schwer, einen gemeinsamen Kurs zu finden: 45 Prozent wollen Trump nicht verärgern, 48 Prozent würden das mit einem deutlichen Statement in Kauf nehmen.

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