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Mazedonien: Unklarheit nach Volksabstimmung

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Mazedonien: Unklarheit nach Volksabstimmung

Mazedonien: Unklarheit nach Volksabstimmung
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Unklarheit nach der Volksabstimmung in der früheren jugoslawischen Republik Mazedonien: Nach Angaben der Wahlleitung ist das Ergebnis ungültig, da sich nur 35 Prozent der Abstimmungsberechtigten beteiligten. Mehr als die Hälfte der 1,8 Millionen Menschen hätte teilnehmen müssen.

Ministerpräsident Zoran Zaev sprach dennoch von einem Sieg: „Ich weiß es, die Opposition weiß es, jeder weiß, dass es keine bessere Vereinbarung mit Griechenland geben kann. Zu Mazedoniens Mitgliedschaft in der NATO gibt es keine Alternative. Wir sollten unsere Zukunft und die Zukunft Mazedoniens nicht aufs Spiel setzen“, so der Regierungschef.

Und Außenminister Nikola Dimitrov sagt: „Das ist ein großer Antrieb, um voranzukommen. Wir werden versuchen, den Schwung zu nutzen, um die Opposition zu überzeugen. Hoffentlich wird sie sich darauf einlassen und ihrem Teil der Verantwortung gerecht werden. Falls nicht, müssen wir Neuwahlen anstreben.“

Die Bevölkerung sollte über die vorgeschlagene Namensänderung des Landes in Nord-Mazedonien abstimmen. Auf diese Änderung hatte sich die Regierung mit Griechenland geeinigt.

„Die Vereinbarung ist vom Volk abgelehnt worden - von der Bevölkerung der Republik Mazedonien, der dieses Land gehört. Die Menschen haben großen Patriotismus und demokratisches Denken bewiesen“, meint Oppositionsführer Hristijan Mickovski.

Mehr als 90 Prozent der 650.000 Menschen, die an der Volksabstimmung teilnahmen, sprachen sich für die Namensänderung aus, die den Streit mit dem Nachbarland beenden soll. Griechenland lehnt den Namen Mazedonien wegen einer gleichnamigen Region im Norden des Landes ab.

euronews-Reporterin Fay Doulgeri kommentiert: „Die niedrige Beteiligung gibt der Opposition die Möglichkeit, dies als Erfolg für sich zu verbuchen. Die Regierung sagt, die Ratifizierung des Ergebnisses wird wie vorgesehen vonstattengehen. Man kann sicher sein, dass sich politisch in den nächsten Wochen einiges bewegen wird.“