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Amoklauf auf Krim: Wirklich nur ein Einzeltäter?

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Amoklauf auf Krim: Wirklich nur ein Einzeltäter?

Amoklauf auf Krim: Wirklich nur ein Einzeltäter?
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Die Berufsschule in Kertsch am Tag nach dem Amoklauf. Die Stadt trauert um die Opfer. Vor dem Gebäude: Ein Meer aus Blumen und Kerzen. Die ganze Nacht hielten Freunde und Verwandte eine Mahnwache.

Am Mittwoch stürmte der 18-jährige Schüler Wladislaw R. mit einem Jagdgewehr und zwei Sprengsätzen sein Berufskolleg, tötete 19 Menschen und anschließend sich selbst. Laut russischen Behörden war er der einzige Schütze. Doch Moskau schließt einen extremistischen Hintergrund nicht aus und sucht nach möglichen Hintermännern.

Augenzeugen glauben nicht an Einzeltäter-Theorie

Auch ein Mädchen in Kertsch glaubt nicht, dass R. allein handelte: "Das war nicht nur ein Angreifer, es waren mehrere. Die Schüsse kamen aus allen Richtungen. Es war wie eine Hinrichtung. Meine Freundin erzählte mir, dass sie wegrannte und dabei sah, wie hinter ihr die Menschen zu Boden fielen.

Ich kannte den Schützen nicht persönlich, aber die Leute sagen, dass er ruhig und unauffällig war. Er hatte keine Freunde, aber verhielt sich ganz normal. Freunde sagten mir, sie hätten sowas von ihm nie erwartet. Sie glauben, dass es nur als Mittelsmann für die eigentlichen Täter diente. Diese haben ihm wahrscheinlich einen Haufen Geld versprochen. Er war nicht allein, selbst als er schon tot war, ging die Schießerei weiter.“

Angreifer zeigte Bewunderung für andere Amokläufer

Doch auf Überwachungskameras der Schule ist nur Wladislaw R. zu sehen. Auf seinem T-Shirt das Wort „Hass“ in russischer Sprache. Einer seiner Klassenkameraden berichtet, der Schütze habe andere Amokläufer bewundert und immer wieder Gewaltfantasien geäußert.

Der Mitschüler nahm das nicht ernst. Seine Aussagen werden nun von den Sicherheitsbehörden überprüft. Am Freitag wird es die ersten Beerdigungen geben. 15 der Opfer waren unter 18 Jahre alt.