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"Uncut": Cohn-Bendit im Gespräch mit Carles Puigdemont

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"Uncut": Cohn-Bendit im Gespräch mit Carles Puigdemont

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In "Uncut" mit Daniel Cohn-Bendit diskutiert der ehemalige Studentenführer, Alt-68er und frühere Europa-Abgeordnete eine Viertelstunde lang mit dem ehemaligen katalanischen Präsidenten Carles Puigdemont darüber, was es heißt, katalanisch zu sein und wie es mit dem Unabhängigkeitsbestreben der spanischen Region weitergehen könnte.** Das Interview wird unbearbeitet und ungekürzt gesendet.**

Puigdemont findet, dass Katalonien ein Vorbild für Europa sein könnte: "Ich weiß nicht, ob es das erste Mal wäre, aber unserer Meinung nach, würde es europäische Werte stärken, wenn es gelingen würde, das Recht auf Selbstbestimmung ohne Krieg und Gewalt wahrzunehmen und den Bürgern eine Stimme zu geben. Das ist Demokratie."

Nach dem laut spanischer Verfassung illegalem Unabhängigkeitsreferendum wurde Puigdemont im vergangenen Oktober seines Amtes enthoben - damals noch unter der Regierung des Konservativen Mariano Rajoy. Die neue Regierung unter Führung des Sozialisten Pedro Sanchez hatte Barcelona zunächst Zugeständnisse und Verhandlungen angeboten. Cohn-Bendit spielte die Möglichkeiten durch: "Sagen wir die Verhandlungen führen zu einer Einigung innerhalb Spaniens. Man definiert neu, was eine Unabhängigkeit Kataloniens – und auch anderer Regionen – bedeutet. Und dass die katalanische und spanische Regierung sich auf alles einigen, was im Referendum zu Katalonien drinsteht. Würdest du das unterstützen?" fragte er den Katalanen.

"Das hängt vom Inhalt ab", so Puigdemont. "Sind wir bereit, das Projekt mit der spanischen Regierung zu ändern, zu einem Projekt, das in Richtung Unabhängigkeit geht oder wollen wir einen kompletten Richtungswechsel, hin zu einem föderalistischen Modell, was immer im Gespräch war, aber nie ausgeführt wurde."

"Katalanisch zu sein ist keine Blut-und-Boden-Frage"

Cohn-Bendit wollte im Interview von Puigdemont mehrfach wissen, was es heißt, Katalane zu sein. "Katalanisch zu sein ist keine Blut-und-Boden-Frage", sagte der Separatist, "das ist eher eine traditionelle Definition von Staatsbürgerschaft. Tatsächlich ist es eine bewusste Entscheidung zu bestimmten Werten. Die Frage ist nicht ,wer ist katalanisch', sondern eher ,wer kann katalanisch sein'? Darum geht es. Katalonien ist seit Jahrhunderten ein Schmelztiegel.