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Wahlkampf in Südtirol um doppelte Staatsbürgerschaft

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Wahlkampf in Südtirol um doppelte Staatsbürgerschaft

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Kurz vor der Südtiroler Landtagswahl prägt neben der Migration ein anderes brisantes Thema den Wahlkampf der norditalienischen Provinz: Die Frage der doppelten Staatsbürgerschaft. Dass Österreich diese der deutsch- und ladinischsprachigen Bevölkerung in Aussicht gestellt hat, sorgt für Polemik, nicht nur auf Wahlplakaten sondern auch zwischen den Sprachgruppen.

Marc Roeggla, Experte für Minderheitenrecht, meinte dazu: "Ein großes Problem ist, dass der Vorschlag nur von der österreichischen Regierung gekommen ist, ohne wirklich zu versuchen, eine gemeinsame Lösung mit Italien zu finden. Die Diskussion war von Beginn an sehr einseitig, was jetzt eine Menge Spannung erzeugt."

"Ohne es zu wollen, 100 Jahre in Italien verbracht"

Die aufkeimende nationalistische Stimmung scheint bei manchen Wählerinnen und Wählern, alte Wunden wieder aufzureißen:

René, pensionierter Bankmitarbeiter, sagte: "Für uns in Südtirol ist es ein echtes Problem, dass wir, ohne es zu wollen, 100 Jahre in Italien verbracht haben."

Maria Eichbichler, Ladenbesitzerin in Bozen, meinte: "Ich fühle mich nicht als Italienierin, sondern als Südtirolerin, oder Europäerin, wenn man möchte, aber mit italienischem Pass. Und wenn ich ihn doppelt hätte, wäre mir das schon Recht."

Rechtsruck bei italienischer Sprachgruppe?

Die Italienischsprachigen machen weniger als ein Drittel der Bevölkerung in Südtirol aus. Laut den Grünen fühlen sie sich immer stärker marginalisiert und in der Politik schlecht vertreten. Man könne einen Rechtsruck beobachten. Tatsächlich feierten die italienischen Neofaschisten von Casapound ihre bisher größten Erfolge in Bozen, wo sie mittlerweile im Gemeinderat sitzen. Das berichtete die Tageszeitung Die Presse.