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Unabhängigkeit oder nicht - Neukaledonien wählt

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Unabhängigkeit oder nicht - Neukaledonien wählt

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Das französische Überseegebiet Neukaledonien entscheidet in einer Volksabstimmung über seine Unabhängigkeit. Wahlberechtigt sind knapp 175 000 Bewohner der Inselgruppe im Pazifik. Falls die Mehrheit mit Ja stimmt, wird Neukaledonien nach mehr als eineinhalb Jahrhunderten ein eigener Staat. Die stärksten Befürworter kommen aus der Bevölkerungsgruppe der Ureinwohner, der Kanaken.

Anderthalb Jahrhunderte Abhängigkeit von Paris

1853 begann die Kolonialisierung auf Anweisung Napoleons. Später machte Paris aus Neukaledonien eine Sträflingskolonie. Seither sind die Neukaledonier abhängig von Frankreich: Teile der Wirtschaft und die öffentliche Verwaltung leben von Subventionen aus Paris.

Neukaledonien besitzt ein Viertel der weltweiten Nickelvorkommen

Im Boden lagern zwischen zehn und 25 Prozent der globalen Nickelvorkommen. Auch der Abbau dieses Metalls ist mehrheitlich in französischer Hand. Die Förderung und deren Folgen für die Umwelt sorgen regelmäßig für Proteste.

Blutige Auseinandesetzungen mit den Ureinwohnern

Neu ist der Ruf der Kanaken nach Unabhängigkeit nicht, er ist heute nur weniger blutig als früher. Zwischen 1878 und 1917 wurden Hunderte von Indigenen in Aufständen getötet. Die ethnischen Spannungen endeten 1988 zum letzten Mal in einem großen Blutbad. Bei einer Geiselnahme wurden 19 Indigene und sechs französische Sicherheitskräfte getötet.

Referendum schon 1988 vereinbart

Eine 1988 abgeschlossene Vereinbarung, das Matignon-Abkommen, sah ein Ende der direkten Herrschaft durch Paris und eine Abstimmung über die Unabhängigkeit im Jahr 1998 vor. Die wurde später auf 2018 verschoben.

Die Umfragen lassen allerdings eine Mehrheit gegen die Trennung von Frankreich erwarten. Demnach sind mehr als 60 Prozent der Neukaledonier dafür, dass die Inselgruppe bei Frankreich bleibt. Das Ergebnis wird noch im Laufe des Sonntags erwartet.