Gegen Kaution von 300.000 € soll Schweizer Tariq Ramadan freikommen

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Copyright REUTERS/Stephane Mahe/File Photo
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Von Kirsten Ripper mit AFP
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Die französische Justiz will den Schweizer Islamwissenschaftler, der von Frauen der Vergewaltigung bezichtigt wird, auf freien Fuß kommen.

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Der Schweizer Islamwissenschaftler Tariq Ramadan, den mehrere Frauen anklagen, er habe sie vergewaltigt, soll jetzt gegen die Zahlung einer Kaution von 300.000 Euro das Gefängnis verlassen. Das hat Ramadans Anwalt Emmanuel Marsigny der Nachrichtenagentur AFP mitgeteilt.

Ramadan muss auch seinen Schweizer Pass abgeben und darf das französische Staatsgebiet nicht verlassen. Zudem ist es ihm untersagt, mit den Klägerinnen oder Zeugen in Kontakt zu treten. Und Tariq Ramadan muss sich einmal pro Woche in einem Kommissariat melden.

"Wohin sollte ich denn fliehen? Während alles auf meine Unschuld hindeutet. Ich werde in Frankreich bleiben und meine Ehre verteidigen.", erklärte der 56-Jährige noch in Haft, als ihn seine Tochter und einige seiner Anhängerinnen besuchten. Letztere trugen T-Shirts mit der Aufschrift "Free Tariq Ramadan".

Der Islamwissenschaftler war vor 10 Monaten in Frankreich festgenommen worden. Die drei vorherigen Anträge auf seine Freilassung hatten die französischen Behörden abgelehnt.

Die Richter fürchteten vor allem, Ramadan könne Druck auf die Klägerinnen Henda Ayari und eine "Christelle" genannte Frau ausüben, die beide sagen, er habe sie vergewaltigt.

Laut Medienberichten klagte Tariq Ramadan auch darüber, dass sich sein Gesundheitszustand während der Haft verschlechtert habe. Offenbar leidet er an multipler Sklerose.

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