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Nissan feuert Topmanager Carlos Ghosn

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Drei Tage nach der spektakulären Verhaftung von Topmanager Carlos Ghosn hat das Management des Nissan-Konzerns Konsequenzen gezogen. Japans zweitgrößter Autobauer hat Verwaltungsratschef Ghosn entlassen.

Ein Bezirksgericht in Tokio hat entschieden, dass der 64 Jahre alte Ghosn zunächst für zehn weitere Tage festgehalten werden soll. Renault übertrug Topmanager Thierry Bolloré vorläufig die Geschäftsführung des Unternehmens. Ghosn bleibt aber zunächst Vorsitzender und Vorstandschef.

Carlos Ghosn hatte vor seiner Verhaftung in Tokio eine Fusion zwischen Renault und Nissan geplant, ein Deal, dem sich der japanische Autobauer angeblich widersetzt hatte. Dazu Bill Blain, Stratege bei "Shard Capital":

"Nissan sieht sich als Kopf der Unternehmensgruppe. Sie mögen die Tatsache nicht, dass sie in eine Art Bündnis mit dem französischen Staatsunternehmen gedrängt werden. Das passt ihnen nicht".

Nissan bestimmte zunächst keinen Nachfolger für Ghosn, ein Beratungsgremium soll nun die Personalie diskutieren. In Frankreich gibt es Sorgen um den Bestand des von Ghosn aufgebauten und kontrollierten Autoimperiums.

Justin Urquhart Stewart Mitbegründer von "Seven Investment" sieht schwierige Zeiten auf Renault zukommen:

"Für Renault war die Zusammenarbeit mit Nissan und Mitsubishi bisher ein großer Erfolg. Aber ohne Ghosn wird es schwierig die erfolgreiche Zusammenarbeit aufrechtzuerhalten".

Ermittler hatten den 64-Jährigen Anfang der Woche in Japan verhaftet, weil er gegen Börsenauflagen verstoßen haben soll. Dem Topmanager wird ferner vorgeworfen, über einen Zeitraum von fünf Jahren rund 40 Mio. Euro Einkommen zu wenig angegeben zu haben.