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Gelbwestenproteste: David gegen Goliath

Gelbwestenproteste: David gegen Goliath
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Bei den Protesten der Gelbwesten in Frankreich kommt es immer wieder zu Gewalt.

In Paris konfiziert die Polzei vorbeugend mögliche Waffen, wie den Stab von Patrick Lalandes Flagge. Das stört diesen nicht weiter. Was den 58-Jährigen allerdings stört, ist Menschen auf der Straße zu sehen, die kein Heim haben und "das Elend überall". Alles sei teuer und es sei für alle sehr schwer.

Der Präsident oder "das System" - wer ist schuld?

Patrick und seine Kumpel sind aus der Pariser Vororten gekommen, um sich den Protesten der Gelbwesten anzuschliessen. Patrick hält den Präsidenten Emmanuel Macron für einen Idioten. Einer seiner Kumpel aber sagt, er würde ihn so nicht bezeichnen. Doch Patrick insistiert: "Doch! Doch! Er ist ein Idiot. Seinetwegen sind wir hier."

"Nicht nur seinetwegen, sondern wegen des Systems", präzisiert sein Kumpel.

Und Leon Kokou ergänzt:

"Unsere Politiker haben das Privileg, sich Anzüge für 45 000 Euro zu kaufen - das entspricht einem Jahresgehalt von drei Menschen! Da hat man wirklich Grund sich zu empören! Man nimmt uns alles weg, am Schluss haben wir nichts mehr. Man nimmt uns aus! Das tut weh!"

Unten gegen oben

Die heterogene Bewegung der Gelbwesten lässt sich keiner politischen Richtung zuordnen. Was sie eint ist das Gefühl der Ungerechtigkeit und der Kampf der unten gegen die oben. Das bestätigt auch David Olivier:

"Wir ersticken an Steuern und wir haben die soziale Ungerechtigkeit satt! Die Reichen bekommen immer mehr, und der Mittelklasse und den Armen wird genommen. Das kann so nicht weiter gehen!"

Wütend und verzweifelt glauben viele, sich nur auf der Straße Gehör verschaffen zu können.

Anlass der zunächst friedlich Proteste war die Ankündigung einer Benzinsteuer. Eine politische Agenda, eine klare Marschroute ist dabei nicht zu erkennen:

Rechte und linke Kräfte skandieren vereint auf der Straße das "marchons ! " der Marseillaise - das "vorwärts!" der französischen Nationalhymne - und könnten doch nicht weiter entfernt sein von Präsident Macrons Bewegung "En Marche", die angetreten war die Grenze zwischen rechts und links aufzuheben.