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Kohleverschmutzung in Polen

Kohleverschmutzung in Polen
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Man bekommt kaum Luft an diesem eiskalten Tag in Kattowitz. Im Stadtzentrum verteilen kurz vor der Eröffnung der UN-Klimakonferenz Umweltaktivisten Antismog-Masken. Ihr Ziel: Die Bürger auf ein Problem aufmerksam zu machen, mit dem sich viele Polen seit Jahren abfinden.

Patryk Bialas ist einer von ihnen. Er erklärt:

"Von den 50 am stärksten verschmutzten Städten in der EU entfallen 33 auf Polen. Und aufgrund der schlechten Qualität der Luft sterben in Kattowitz jedes Jahr circa 600 Menschen frühzeitig."

Laut Europäischer Umweltagentur tötet die Luftverschmutzung in Polen jährlich an die 5000 Menschen. Das ist das Resultat der vielen Kohleöfen, die in 40% der polnischen Haushalte zum Heizen und Kochen genutzt werden.

Ein Mann, der anonym bleiben will, zeigt uns sein Zuhause. Mit einem Kohleofen heizt er im Winter die beiden Zimmer seiner Wohnung. Das sei das billigste, sagt er. "Es ist nicht umweltfreundlich, aber wir haben kein Gas. So ist das nun mal."

In Polen befinden sich fünf der 30 Kohlekraftwerke, die europaweit am meisten CO2 ausstossen.

Das Kraftwerk von Turow in Westschlesien ist eines der schmutzigsten des Landes. Hier wird Braunkohle abgebaut. Dadruch ist die Feinstaubbelastung durch die Kohleförderung besonders hoch. "Es gibt viele Gesundheitsprobleme", sagt uns ein Mann. Er arbeitet für ein Subunternehmen des Kraftwerks. Auch er will anonym bleiben.

Der Feinstaub sei überall um ihn herum. "Wir merken das in unserem Mund, in den Augen, der Nase. Wir können es überall auf unseren Sachen sehen."

Die COP24 bietet den Polen eine der wenigen Möglichkeiten, um ihre Umweltsorgen zum Ausdruck zu bringen.

Eine kleine Versammlung von Umweltaktivisten unter einem geschlossenen Kohlebergwerk in einer Nachbarstadt von Kattowitz war ein schüchterner Anfang zur Eröffnung der Konferenz.