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2 Tote nach Terrorangriff auf Weihnachtsmarkt in Straßburg

2 Tote nach Terrorangriff auf Weihnachtsmarkt in Straßburg
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Screenshot APTN
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Durch Schüsse im Zentrum der französischen Stadt Straßburg am Dienstagabend kurz nach 20 Uhr sind nach aktuellen Informationen zwei Menschen getötet worden. Eine dritte Person schwebt in Lebensgefahr. Mindestens zwölf weitere Menschen wurden verletzt.

Etwa 600 Sicherheitskräfte waren die ganze Nacht über im Einsatz, denn der Angreifer war auch am frühen Morgen noch auf der Flucht. Die Terroralarmstufe in Frankreich wurde heraufgesetzt.

Frankreichs Innenminister Christophe Castaner gab nach 2 Uhr morgens eine Erklärung ab. Der Angreifer war zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht gefasst. Er war verletzt worden und zunächst mit einem Auto, dann mit einem Taxi geflohen.

Gegen Mittag gab der Pariser Staatsanwalt Rémi Heitz eine Erklärung ab, in der er bisher bekannte Details über den Angreifer bestätigte: Der mutmaßliche Angreifer sei der Polizei bekannt. Er soll 29 Jahre alt sein. Der junge Mann, der in Straßburg geboren wurde, soll von Soldaten der Operation "Sentinelle" verletzt worden sein und sich dann in Neudorf - einem Stadtteil von Straßburg - verschanzt haben. Anti-Terror-Ermittler haben die Untersuchungen übernommen. Mehr Informationen zum mutmaßlichen Täter gibt es hier bei Euronews.

Präsident Emmanuel Macron hatte seinen Innenminister nach Straßburg geschickt. Macron selbst besuchte nach Mitternacht die extra eingerichtete Krisengruppe im Innenministerium Place Beauvau in Paris. Dort war auch Regierungschef Edouard Philippe.

Die französischen Behörden haben eine Notrufnummer eingerichtet, an die sich auch Menschen wenden können, die keine Neuigkeiten von Leuten in Strasbourg haben.

Vor Ort gibt es auch psychologische Hilfe.

In den sozialen Medien gibt es auch Fotos von Polizeioperationen, bei denen versucht wurde, den mutmaßlichen Angreifer festzunehmen.

Österreichs Kanzler, der gerade die EU-Ratspräsidentschaft innehat, äußerte sich auf Twitter. Er schrieb, er denke an die Opfer der "feigen Schießerei in Straßburg", die er "scharf verurteile".

Der Sprecher der deutschen Regierung hat seine Anteilnahme auf Twitter ausgedrückt.

Die Schüsse fielen laut Augenzeugen auf dem Weihnachtsmarkt der Stadt im Elsaß, der zu den größten in Europa gehört.

APTN Screenshot
Gegend um den WeihnachtsmarktAPTN Screenshot

Der Bürgermeister von Straßburg schrieb auf Twitter von einem "ernsten Ereignis", das sich im Zentrum der Stadt abspiele. Auch er foderte die Menschen auf, zunächst zu Hause zu bleiben. Seine Gedanken seien bei den Opfern.

Die Nachrichtenagentur Reuters veröffentlichte Fotos von Krankenwagen und Sicherheitskräften.

REUTERS/Vincent Kessler
Im Zentrum von StraßburgREUTERS/Vincent Kessler

Die Bewohner von Straßburg - auf Französisch "Strasbourg" - wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben und nicht nach draußen zu gehen. Zudem wurde auf Facebook eine Seite eingerichtet, auf der sich Personen als "in Sicherheit" eintragen konnten.

Europaparlament abgeriegelt

Eine Sprecherin des Europaparlaments hat bestätigt, dass das Gebäude abgeriegelt wurde. Die Politiker und ihre Mitarbeiter sollten das Parlament mehrere Stunden lang nicht verlassen. Sie wurden per Handynachricht oder per Mail gewarnt.

Der italienische Abgeordnete Marco Affronte erklärte, er habe sechs bis sieben Schüsse gehört und zwei Frauen auf dem Boden liegen gesehen. Eine weiter Frau habe geschrien. Dann sei er in einen Innenhof geflüchtet.

Dario Camburrano von der "5-Sterne-Bewegung" sprach schon kurz nach den Schüssen von einem Terrorangriff.

In dieser Woche berät das Europaparlament in der französischen Metropole. Der liberale Europapolitiker Guy Verhofstadt twitterte seine Anteilnahme aus Brüssel.

In den sozialen Medien wurden bereits kurz nach dem Angriff Videos und Fotos gepostet.

Auch in Deutschland sind die Kontrollen an der französischen Grenze verschärft worde. Dies betreffe grenzpolizeiliche Kontroll- und Fahndungsmaßnahmen, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums der dpa, ohne Einzelheiten zu nennen. Gleichzeitig betonte sie, die Bedrohungslage in Deutschland sei unverändert. Weihnachtsmärkte stünden ohnehin im Fokus der Sicherheitsbehörden. Im Augenblick gebe es aber keine Veranlassung, die derzeitigen Maßnahmen zu verstärken.