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50 Stunden Flucht vor dem Tod: Wer war der Angreifer von Straßburg?

50 Stunden Flucht vor dem Tod: Wer war der Angreifer von Straßburg?
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French Police Nationale/via Reuters
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Nach 50 Stunden auf der Flucht ist der mutmaßliche Angreifer, Cherif Chekatt, im Süden des Stadtteils Neudorf in der Nähe des Meinau-Stadions erschossen worden. Er soll zuvor auf die Sicherheitskräfte geschossen haben.

Offenbar hatten Blutspuren den Flüchtigen überführt. Der 29-Jährige war nach den Schüssen auf dem Weihnachtsmarkt von Straßburg verletzt worden.

Der Steckbrief

Die französische Polizei hat einen Steckbrief herausgegeben, auf dem Cherif Chekatt so beschrieben wird: 29 Jahre alt, 1,80 m groß, normale Statur, kurze Haare, eventuell mit Bart, eher dunkle Haut, Zeichen auf der Stirn.

Chekatt wird als "gefährliches Individuum" beschrieben, das man nicht selbst zu stellen versuchen solle. Wer ihn sehe, wurde aufgefordert, sich sofort an die Polizei zu wenden.

Drei Todesopfer, mehr als zehn Verletzte

Angaben des Pariser Staatsanwaltes Rémi Heitz zufolge, hatte der Angreifer eine automatische Waffe und ein Messer bei sich, als er das Feuer eröffnete. Zwei Menschen wurden dabei getötet, eine Person starb später im Krankenhaus, eine Person sei hirntot und mehr als zehn weitere wurden verletzt. Insgesamt sechs Menschen erlitten sehr schwere Verletzungen.

Unter den Todesopfern ist ein 45 Jahre alter Tourist aus Thailand, wie das Außenministerium in Bangkok bestätigte. Sehr schwer verletzt wurden nach Euronews-Informationen der 28-jähriger italienischer Journalist Antonio Megalizzi von Radio Europhonica und der 45-jährige Franzose mit afghanischen Wurzeln Kamal Naghchband. Naghchbands Familie bestätigte am Donnerstag gegenüber Euronews, dass er an seinen Verletzungen gestorben sei. Deutsche seien nach derzeitigem Kenntnisstand nicht unter den Opfern, teilte das Auswärtige Amt mit.

Auch in Deutschland und in der Schweiz verurteilt

Der mutmaßliche Angreifer, der am vergangenen Abend auf dem Weihnachtsmarkt in Straßburg um sich geschossen hat, ist 29 Jahre alt und stammt laut Angaben der "Dernières Nouvelles d'Alsace DNA" aus Hohberg, einem Viertel Straßburgs.

Der "Tagesspiegel" in Berlin und der "Südkurier" berichteten unabhängig voneinander, dass der mutmaßliche Angreifer bereits in Deutschland wegen schweren Diebstahls verurteilt wurde und anschließend im Gefängnis saß. Auch die französische Staatsanwaltschaft gab bekannt, dass der mutmaßliche Angreifer 27 Mal verurteilt worden war – vor allem wegen Diebstählen.

Innenminister Horst Seehofer lobte die Sicherheitsbehörden für ihre Reaktion. Nach den ihm vorliegenden Informationen hätten diese „sehr zielorientiert und sehr gut gearbeitet“, sagte er gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). „Natürlich die französischen zuallererst aber auch auf der deutschen Seite wurde hier sehr gut reagiert.“ Ein Fehlverhalten könne er derzeit nicht erkennen, zumal der mutmaßliche Täter, nachdem er in Deutschland zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde, abgeschoben worden sei.

Offenbar sollte der junge Mann an diesem Dienstag festgenommen werden. Er sei aber nicht zu Hause gewesen. In seiner Wohnung wurden Waffen und mehrere Messer gefunden.

Vier Personen aus seinem Umfeld wurden nach dem Angriff auf den Weihnachtsmarkt festgenommen. Auch nach seinem Bruder wurde gesucht. Die Schwester wurde in Paris befragt.

Der Steckbrief

Auf der Suche nach Chekatt hatte die französische Polizei einen Steckbrief herausgegeben, auf dem Cherif Chekatt so beschrieben wird: 29 Jahre alt, 1,80 m groß, normale Statur, kurze Haare, eventuell mit Bart, Narbe auf der Stirn.

Chekatt wird als "gefährliches Individuum" beschrieben, das man nicht selbst zu stellen versuchen solle. Wer ihn sehe, wurde aufgefordert, sich sofort an die Polizei zu wenden.

Staatsanwalt bestätigt islamistischen Hintergrund

Einen möglichen terroristischen Hintergrund der Tat bestätigte der Staatsanwalt Heitz am Mittwochmittag in einer Erklärung an die Medien. Es sei schon länger bekannt, dass die Chekatt sich radikalisiert habe.

Zudem gab der Staatsanwalt an, der Verdächtige habe auf der Liste der wegen extremistischer Gesinnung überwachten Personen gestanden. In Frankreich werden 26.000 Personen als Sicherheitsrisiko eingestuft und stehen auf der Liste der sogenannten "Fichés S" (also "Akte S"). 10.000 dieser Personen gelten als "radikalisiert".

Im Internet soll auf Plattformen, die dem sogenannten "Islamischen Staat" nahestehen, der Angriff von Straßburg "gefeiert" worden sein. Die islamistischen Terroristen behaupten, sie hätten vor Angriffen gewarnt.

Der Gesuchte ist verletzt

Aussagen eines Taxifahrers zufolge, dessen Taxi der Angreifer anschließend stahl, wurde er während des Feuergefechts von der Polizei verletzt und zuletzt im Straßburger Stadtteil Neudorf gesehen.

An mehreren Stellen in Straßburg fanden Polizeioperationen statt, um den mutmaßlichen Angreifer festzusetzen. Informationen der dpa zufolge kontrolliert auch die deutsche Polizei seit Dienstag Abend die deutsch-französische Grenze. Die Bundespolizei Baden-Württemberg bestätigte das in einem Tweet.

REUTERS/Vincent Kessler
Polizeieinsatz in StraßburgREUTERS/Vincent Kessler

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