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Japan: Kaiser Akihito feiert seinen 85. Geburtstag - zum letzten Mal im Kaiserpalast

Kaiser Akihito mit seiner Ehefrau Michiko.
Kaiser Akihito mit seiner Ehefrau Michiko. -
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Imperial Household Agency of Japan/Handout via REUTERS
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In Japan hat Kaiser Akihito seinen 85. Geburtstag gefeiert.

Mehr als 75.000 Menschen waren gekommen, um ihm die Ehre zu erweisen. Es war seine letzte Geburtstagsfeier im Kaiserpalast von Tokio, bevor er abdanken wird.

Denn am 30. April 2019 wird Akihito abdanken und damit als erster japanischer Monarch seit rund 200 Jahren noch zu Lebzeiten seinem Nachfolger weichen. Am 1. Mai 2019 wird dann sein ältester Sohn, Kronprinz Naruhito (58), den Thron besteigen und so eine neue Ära für das asiatische Land einläuten.

Das moralische Gewissen der Nation

Akihito ist seit dem Tod seines Vaters 1989 Kaiser von Japan. In seiner Rede sagte er:

"Wir dürfen nicht vergessen, dass im Zweiten Weltkrieg unzählige Menschen ihr Leben verloren haben, und dass der Frieden und Wohlstand unseres Landes auf diesem großen Opfer und auch auf den unermüdlichen Leistungen des Volkes beruhen."

Der Kaiser betonte ebenfalls, wie wichtig es sei, der Jugend die Geschichte mit Genauigkeit beizubringen.

Laut der Nachkriegsverfassung muss sich Akihito auf eine sehr repräsentative Rolle beschränken. Regierungsbefugnisse hat der Kaiser keine mehr. Dennoch verstand es Akihito, sich als überzeugter Verfechter der pazifistischen Nachkriegsverfassung zu beweisen. Von der Bevölkerung wird er sehr geschätzt, unter anderem weil er indirekt Kritik an denen übte, die versuchen, Japans Kriegsvergangenheit zu rechtfertigen.

In seiner letzten Rede zum Jahrestag der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg hatte Akihito im vergangenen August noch einmal seine "tiefe Reue" für die kriegerische Vergangenheit seines Landes zum Ausdruck gebracht. Er hoffe, dass sich Krieg nie wiederholen möge, so der scheidende Monarch. Für manche Beobachter verkörpert Akihito so etwas wie das moralische Gewissen der Nation.

Ein allerletztes Mal als Kaiser werden die Japaner Akihito zu Neujahr unter dem Balkon seines Palastes zujubeln können. Bald darauf wird er dann in den Ruhestand treten.

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