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50.000 Gelbwesten auf der Straße – BB hat "Verständnis"

50.000 Gelbwesten auf der Straße – BB hat "Verständnis"
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REUTERS/Gonzalo Fuentes
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Nach neuen gewaltsamen Auseinandersetzungen bei Protesten der französischen «Gelbwesten»-Bewegung hat PräsidentEmmanuel Macron zum Dialog aufgerufen. Einmal mehr sei die Republik mit «extremer Gewalt» angegriffen worden.

Von der Polizeigewerkschaft SCPN kam eine Warnung an einen mutmaßlichen Schläger:

"Sie haben einen unserer Kollegen geschlagen, während er auf dem Boden lag. Sie sollten wissen, dass Sie identifiziert wurden. Für einen Boxer haben Sie anscheinend

wenig Respekt vor Regeln. Deshalb werden wir Ihnen einige Regeln unseres Strafgesetzbuchs beibringen."

Bei den ersten Protesten im neuen Jahr waren landesweit rund 50.000
Demonstranten auf die Straße gegangen, wie Innenminister Christophe
Castaner
(Sender "LCI") sagte. Das sind mehr als am Wochenende vor
Weihnachten, als etwa 39.000 Menschen demonstrierten. In den ersten
Wochen der Proteste waren 280.000 Demonstranten gezählt worden.

Eine Passantin in Saint-Nazaire im Westen Frankreichs:

"Ich bin für Demokratie und froh, dass sich die Menschen sagen können was ihnen nicht passt. Aber Verbrennen, Blockieren und Steine auf die Polizei werfen, ist dumm."

Ein Gelbwesten-Demonstrant:

Die Menschen wollen ja arbeiten, aber wenn sie mit Zeitverträgen bei Unternehmen landen, dann macht man ihnen Anstellungen vor, die es nicht geben wird. "

Unter anderem musste Regierungssprecher Benjamin Griveaux nach einem Eindringen von "gelben Westen" aus seinem Büro in der Rue de Grenelle in Paris evakuiert werden - die Tür des Ministeriums war mit einer Baumaschine aufgebrochen worden. Eine Untersuchung wurde eingeleitet.

"EXTREME GEWALT" UND "VERSTÄNDNIS"

"Wieder einmal wurde die Republik mit extremer Gewalt angegriffen" - so Macron auf Twitter - "ihre Hüter, ihre Repräsentanten, ihre Symbole. Diejenigen, die diese Taten begehen, vergessen das Herz unseres Bürgerpakts. Der Gerechtigkeit wird Genüge getan werden. Jeder muss sich zusammenreißen, um eine Debatte und einen Dialog herbeizuführen."

Massenproteste der «Gelbwesten» hatten die französische Regierung in
den vergangenen zwei Monaten erheblich unter Druck gesetzt. Im
Dezember brachte Macron eilends ein milliardenschweres Paket mit
Sozialmaßnahmen auf den Weg, um den Konflikt zu entschärfen.

Brigitte Bardot, die sich im November für die Bewegung der "gelben Westen" ausgesprochen hatte, sagte über die Demonstranten ("Midi Libre dimanche") : "Ich verstehe, was sie erleben, ihren Ärger im Alltag".

su