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Gelbwesten-Romantik am Lagerfeuer

Gelbwesten-Romantik am Lagerfeuer
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Keine angezündeten Autos, die Schaufensterscheiben blieben ganz – in Paris waren zum Silvesterabend einige hundert Gelbwesten auf den Champs Elysées – friedlich.

Ihre Forderungen haben sich nicht geändert und Präsident Emmanuel Macron ist immer noch der Lieblingsgegner.

Gelbwesten in Paris:

"Bis heute hört er nicht zu, wenn wir was sagen, er tut nur so. Wir wollen das "Bürgerinitiative-Referendum" (référendum d'initiative citoyenne, RIC).

Ministerpräsident Edouard Philippe hatte dieses Instrument der direkten Demokratie im Prinzip gutgeheißen, allerdings nicht für jedes Thema. Die Gelbwesten wollen damit Gesetzesentwürfe einbringen und auch über Gesetze abstimmen können.

KREISVERKEHRE - ALS BEGEGNUNGSSTÄTTEN

Draußen auf dem Land, von Parisern gern “Provinz” genannt, verbrachten viele Gelbwesten ihre Silvesternacht rund um Lagerfeuer in der Mitte von Kreisverkehren. Sie sind zum Herzstück dieser französischen Revolte geworden – und zu Begegnungsstätten.

Seit Wochen halten Gelbwesten-Demonstranten landesweit zahllose "Ronds-Points" besetzt. Zunächst wurden sie mit Lkw blockiert, dann kamen Holzbaracken, Barbecues und Schlafplätze dazu. Vor allem auf dem Land wurden sie zu Räumen der Kommunikation zwischen Menschen, von denen viele bisher nie gewählt oder demonstriert haben. Sie fühlten sich von keiner Partei repräsentiert und von der globalisierten Wirtschaft marginalisiert.

Anders als in den sozialen Netzwerken mit ihren virtuellen Freundeskreisen, sagen viele, verbringe man am Rond-Point viel Zeit damit, sich auszusprechen und sich Lebensgeschichten zu erzählen. Frankreichs Abgehängte wollen sich jetzt artikulieren.

su