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Deutschland und China bauen Finanzkooperation aus

Olaf Scholz und Liu He in Peking
Olaf Scholz und Liu He in Peking -
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Andy Wong/Pool via Reuters
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Deutschland und China wollen im Finanzsektor künftig stärker zusammenarbeiten. Das haben beide Länder bei einem Finanzdialog in Peking vereinbart. Banken und Versicherungen sollen jeweils besseren Marktzugang bekommen, Hürden abgebaut werden.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz betonte bei den Gesprächen die Bedeutung des Multilateralismus. Deutschland und China müssten Vorbild sein für eine Zusammenarbeit, die beidseitig Gewinn bringe. "Wir brauchen, damit so etwas gut funktioniert, gemeinsame Spielregeln“, sagte Scholz vor Journalisten in Peking. "Es muss ein Level-Playing-Field geben. Reziprozität ist dazu der Schlüssel."

Chinas Vizepremier Liu He warb in Peking dafür, das Wachstum der Weltwirtschaft voranzutreiben - in einer Zeit, in der neue Handelskonflikte drohen. "Beide Seiten versprechen, gemeinsam den Multilateralismus zu wahren und entschlossen das regelbasierte multilaterale Handelssystem zu unterstützen, für das die Welthandelsorganisation den Kern bildet", sagte Liu He.

China ist für Deutschland zugleich wichtiger Absatzmarkt und Rivale. Die Volksrepublik ist Deutschlands größter Handelspartner außerhalb der EU. Besonders für die Autobranche ist der chinesische Markt attraktiv. Allerdings wird China auch regelmäßig für die staatliche Subventionierung chinesischer Firmen und vermutete Industriespionage kritisiert.

Der deutsche Maschinenbauerverband warnte zuletzt etwa, die chinesische Regierung versuche durch Firmenübernahmen in Deutschland in den Besitz von hochwertigen Technologien zu gelangen. Ende vergangenen Jahres hatte die Bundesregierung daher die Hürden für ausländische Investoren verschärft, die Anteile an deutschen Unternehmen kaufen wollen.