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Grandi fordert besseres Aufnahmesystem für Flüchtlinge

Grandi fordert besseres Aufnahmesystem für Flüchtlinge
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Die Bilder sind noch ziemlich frisch - die Bilder vom Rettungsschiff "Open Arms", das im Dezember mit 300 Flüchtlingen an Bord auf dem Mittelmeer unterwegs war - und erst nach einer Woche einen spanischen Hafen fand, in dem die Menschen aufgenommen wurden. Italien und Malta hatten das abgelehnt. Andrew Neal sprach mit dem Chef der UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR Filippo Grandi über die aktuelle Flüchtlingssituation. Er wollte wissen:Gibt es immer noch eine Migrations-Krise, die auf Europa zukommt?

"Flüchtlinge, Vertriebene - weltweit gibt es davon rund 70 Millionen Menschen, 85-90% von ihnen sind nicht in Europa, nicht in Amerika, nicht in Australien," so Grandi, "sie befinden sich in armen Ländern oder Ländern mit mittleren Einkommen. DORT ist die Krise. Natürlich haben wir Menschen in Europa ankommen sehen, zum Teil in großer Zahl, das war schon kritisch. Damit sind wir nicht gut umgegangen, das hat die Krise mehr angeheizt. Und dann wurde damit Politik gemacht, und dadurch wurde sie unwegerlich akut.

Es wurde so politisch gemacht, dass jedes kleine Boot, das mit 20 Leuten im Mittelmeer unterwegs war, zu einem europäischen Drama wurde.

Ich stimme mit den Italienern und den Griechen oder auch jetzt mit den Spaniern überein, dass nicht nur ein Land sie alle aufnehmen sollte. Aber man braucht dafür auch ein System, das funktioniert, sonst gibt´s da im gegenwärtigen politischen Klima einen Haufen Schwierigkeiten.

Mehr zur aktuellen Flüchtlingssituation sehen Sie nächste Woche in unserer Sendung UNCUT, einer zwanzigminütigen, ungeschnittenen Gesprächsreihe. Dort gibt´ s dann auch das ganze Interview mit Filippo Grandi.