Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.
Eilmeldung

Windelschreck: Giftige Schadstoffe in Babywindeln entdeckt

Windelschreck: Giftige Schadstoffe in Babywindeln entdeckt
Euronews logo
Schriftgrösse Aa Aa

In Frankreich sind in Babywindeln mehrere gesundheitsgefährdende Schadstoffe nachgewiesen worden. Darunter auch das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat.

Das berichtete die französische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Umwelt- und Arbeitsschutz (Anses). Die Stoffe könnten über den Urin oder die Haut in den Körper des Babys gelangen. Ein Gesundheitsrisiko ließe sich nicht ausschließen, so die Behörde.

Der stellvertretende Generaldirektor von Anses, Gerard Lasfargues, sagte: "Wir haben ein Dutzend Substanzen gefunden, die die zulässigen Grenzwerte überschritten haben. Diese Stoffe kommen teilweise von Parfüm, das die Industrie hauptsächlich aus Marketinggründen in Windeln einarbeitet oder sie entstehen während des Produktionsprozesses."

Für die Untersuchung hat Anses die Windeln von rund 20 häufig in Frankreich verwendeten Herstellern analysiert. Die Behörde fordert etwa, auf die Verwendung von Duftstoffen zu verzichten. Außerdem soll die Herkunft natürlicher Rohstoffe, die bereits vor der Herstellung kontaminiert sein könnten, besser überprüft werden.

Gesundheitsrisiken werden als gering eingestuft

Die französische Regierung hat zügig auf die Studie reagiert und fordert die Hersteller auf, innerhalb von 15 Tagen zu handeln und die Menge der Giftstoffe schnellstmöglich zu reduzieren oder vollständig zu eliminieren.

Die französische Gesundheitsministerin Agnés Buzyn sagte: "Ich möchte die Eltern beruhigen. In der jetzigen Form gibt es keine unmittelbaren Risiken für die Gesundheit von Kindern - das würden wir auch merken, weil alle Kinder der Welt Windeln tragen - also gibt es kein unmittelbares Risiko."

Aber die Ergebnisse der Studie rufen dennoch Besorgnis hervor.

"Wir sorgen uns um uns selbst, aber bei unseren Kindern ist es noch schlimmer", sagte eine Pariser Mutter.

Auch die Französin Soraya ist Mutter. Sie fand: "Natürlich ist es sehr beunruhigend, es geht um Säuglinge. Aber auf jeden Fall sind es nicht nur Windeln, sondern auch Feuchttücher. Es sind zu viele Chemikalien darin - das ist schlecht für Kinder."

Französische Windelhersteller gaben eine Erklärung ab, dass jedes Jahr mehr als drei Milliarden Windeln ohne negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder verwendet wurden.

Proteste gegen die Verwendung von Glyphosat in Deutschland

Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) in Berlin habe keine Daten über den Gehalt dieser Stoffe in Windeln auf dem deutschen Markt, sagte dessen Sprecher Jürgen Thier-Kundke. Es gebe in Deutschland aber andere Regeln. "Wir haben die Bedarfsgegenständeverordnung."

Dort seien die Anforderungen an Windeln und andere Produkte detaillierter geregelt als in Frankreich.

Gegen Glyphosat hatte es vor allem in Deutschland immer wieder massive Proteste gegeben. Das Mittel steht einigen Studien zufolge unter Verdacht, krebserregend zu sein. Die EU-Mitgliedstaaten hatten das Pestizid im November 2017 für fünf weitere Jahre zugelassen. Es wird auch beim Anbau von Nutzpflanzen wie Baumwolle verwendet. So kommt es, dass sich der Unkrautvernichter auch immer wieder in Hygieneprodukten wie zum Beispiel Tampons findet.