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Geladene Waffe in der Wohnung: Jäger tötet 19-jährige Tochter

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Nicht nur in Karlsruhe erregt die traurige Nachricht Aufsehen. Ein 56 Jahre alter Mann, der gerade zur Jagd aufbrechen wollte, hat in Ettlingen bei Karlsruhe seine 19 Jahre alte Tochter erschossen. Laut Pressemitteilung der Polizei und der Staatsanwaltschaft Karlsruhe löste sich ein Schuss aus der geladenen Bockbüchsflinte.

Die Tochter sei noch schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht worden, dort aber wenig später gestorben.

Der 56-Jährige habe die Waffe legal besessen.

Warum der Jäger die Bockbüchsflinte in geladenem Zustand in der Wohnung hatte, werde untersucht, erklärte eine Sprecherin der Karlsruher Staatsanwaltschaft. Nach dem Waffengesetz ist das verboten. Waffen und Munition müssen getrennt voneinander im Waffenschrank aufbewahrt werden.

Der Landesjagdverband Baden-Württemberg reagierte entsetzt auf das Unglück. Jeder Unfall mit einer Schusswaffe sei einer zu viel, sagte Pressesprecherin Verena Menauer. Offenbar seien Regeln der sicheren Waffenhandhabung missachtet worden. Grundsätzlich dürften Schusswaffen erst bei der Jagd oder auf dem Schießstand geladen werden.

Die Zahl der Jagdunfälle durch Schusswaffen schwanke von Jahr zu Jahr. Nach Zahlen des Deutschen Jagdverbands sind 2017 zwei Menschen getötet und zwei verletzt worden - bei fast 384 000 Jagdscheininhabern.

Im Jahr 2016 gab es im Hohenlohekreis einen ähnlichen Fall. Am Neujahrsabend erschoss ein 52 Jahre alter Jäger zu Hause versehentlich seine 16-Jährige Tochter beim Hantieren mit einer Schrotflinte. 2015 hatte in Brandenburg ein Jäger versehentlich auf zwei Menschen in einem Maisfeld geschossen. Ein 31 Jahre alter Mann starb, seine 23-Jährige Freundin wurde verletzt.

In Frankreich hatten in den vergangenen Monaten Jagdunfälle für Schlagzeilen und Diskussionen gesorgt.