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Ungarn: Haftstrafen für Rotschlammkatastrophe 2010

Ungarn: Haftstrafen für Rotschlammkatastrophe 2010
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In einem Wiederaufnahmeverfahren sind mehrere mutmaßlich Verantwortliche für die Rotschlamm-Katatstrophe im Westen Ungarns im Jahr 2010 schuldig gesprochen worden.

Nach Angaben des Gerichts in der Stadt Györ müssen zwei Manager des Aluminiumherstellers MAL für zwei beziehungsweise zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Sechs Angeklagte erhielten Bewährungsstrafen, fünf weitere wurden freigesprochen.

Strafrichter Zoltán Somogyi erläuterte das Strafmaß: "Die Unterlassungen der Angeklagten trugen zur Katastrophe bei, da die Angeklagten die Anzeichen ignorierten, die den möglichen Einsturz des Damms verursachten. Sie haben die Bevölkerung und die Behörden falsch über die Menge und die basischen Eigenschaften des Wassers informiert."

Aus einem geborstenen Speicherbecken des Aluminiumherstellers war massenweise laugen- und schwermetallhaltige Brühe ausgetreten.

Die Ortschaft Kolontar und zwei weitere Dörfer wurden von der giftigen Rotschlammlawine förmlich überschwemmt. Zehn Menschen kamen ums Leben, mehr als 200 wurden verletzt. Zudem entstand massiver Sachschaden. Über 300 Gebäude waren über Nacht unbewohnbar. 800 Hektar Landwirtschaftsfläche und mehrere Gewässer wurden verseucht.

Im ersten Prozess um die Katastrophe waren 2016 alle Angeklagten freigesprochen worden. Das Berufungsgericht in Györ hob die Urteile auf und ordnete ein neues Verfahren an.