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Rückschlag in Glyphosat-Prozess: Bayers Aktien stürzen ab

Rückschlag in Glyphosat-Prozess: Bayers Aktien stürzen ab
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REUTERS/Mike Blake/File Photo
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Die Aktien des Chemiekonzerns Bayer sind zeitweise um mehr als 10 Prozent auf rund 60 Euro abgestürzt. Der Grund: Der Konzern verlor in San Francisco einen wichtigen Teilprozess um angebliche Krebsrisiken von Produkten der Tochterfirma Monsanto.

Eine sechsköpfige Jury gab dem Kläger Edwin Hardeman einstimmig Recht, dass das Unkrautvernichtungsmittel Roundup maßgeblich zu seiner Erkrankung an Lymphdrüsenkrebs beigetragen hat. Das Mittel enthält den umstrittenen Wirkstoff Glyphosat.

Zum Vergleich: Noch vor einem Jahr kosteten die Bayer-Aktien rund 100 Euro. Belastet von diesen hohen Kursverlusten Bayers verlor der Dax bislang 0,69 Prozentpunkte.

Das Verfahren geht in die zweite Phase

Nun soll geklärt werden, ob Monsanto über die Risiken Bescheid wusste und hinweggetäuscht hat, und wie hoch der mögliche Schadenersatz ausfallen könnte.

Der Fall gilt als Musterverfahren. In den USA haben mehr als 11.000 Landwirte, Gärtner und Vebraucher Klage gegen den Saatgutriesen eingereicht. Sie werfen Monsanto vor, ihre Gesundheit gefährdet zu haben.

Sollte Monsanto für haftbar befunden werden, könnte dies Bayer viel Geld kosten. Wäre die Jury zu dem Schluss gekommen, dass Roundup nicht für Hardemans Erkrankung mitverantwortlich ist, so hätte es keine zweite Prozessrunde gegeben, was für Monsanto ein Befreiungsschlag gewesen wäre.

Bayer bestreitet Krebsrisiko seiner Produkte

Die Klagewelle gegen Bayer war so richtig ins Rollen gekommen, nachdem eine Geschworenenjury dem Krebspatienten Dewayne Johnson in einem anderen Verfahren im August insgesamt 289 Millionen Dollar an Schmerzensgeld und Entschädigung zugesprochen hatte. Die Richterin senkte zwar die Strafe gegen den im vergangenen Jahr von Bayer übernommenen US-Saatgutkonzern Monsanto später auf gut 78 Millionen Dollar (69 Mio. Euro), im Grundsatz änderte sie am Urteil aber nichts.

Bayer bestreitet das angebliche Krebsrisiko und zeigte sich in einer Stellungnahme enttäuscht von der Entscheidung der Jury. Dennoch sei das Unternehmen weiterhin fest davon überzeugt, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse bestätigen, dass glyphosatbasierte Herbizide keinen Krebs verursachen. Bayer sei zuversichtlich, im zweiten Teil des Prozesses beweisen zu können, dass Monsantos Verhalten angemessen war und das Unternehmen nicht für Hardemans Krebserkrankung haftbar gemacht werden sollte.

Bayer hatte den US-Konzern Monsanto für 63 Milliarden Dollar übernommen.