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Eilmeldung

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Streit um Aldi-Erbe: Testament der Oma († 2018) gegen die Enkel

Streit um Aldi-Erbe: Testament der Oma († 2018) gegen die Enkel
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Pixabay CC Pinacol
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Im November 2018 war Cäcilia Albrecht, die Witwe von Aldi-Gründer Theo Albrecht, gestorben.

Jetzt hat "Bild am Sonntag" Details aus ihrem Testament veröffentlicht, Daraus geht auch hervor, was hinter dem Streit um das Erbe stecken könnte. Cäcilia Albrecht wollte nicht, dass die fünf Kinder ihres 2012 verstorbenen Sohnes Berthold das Unternehmen führen.

"Bescheidene Lebensführung" gefordert

Laut "Bild am Sonntag" steht im Testament der Großmutter, das im vergangenen Februar beim Amtsgericht Essen geöffnet wurde: "Mit dieser Urkunde trage ich Sorge für die Aufrechterhaltung der Philosophie unserer Familie, der Unternehmensgruppe Aldi Nord zu dienen und diese zu fördern, dabei eigene Interessen zurückzustellen und sich in einer zurückhaltenden und bescheidenen Lebensführung zu üben."

Zudem schreibt Cäcilia Albrecht, dass sich die Enkel "bewusst dafür entschieden hätten, den Willen ihres Vaters zu missachten und die Jakobus-Stiftung allein für ihre Destinatär-Interessen zu nutzen, sind sie ungeeignet für die Übernahme von leitender Verantwortung in der Markus-Stiftung".

Hintergrund des Streits ist die komplizierte Eigentümerstruktur bei Aldi Nord. Das Unternehmen ist im Besitz von drei Stiftungen: der Markus-, der Lukas- und der Jakobus-Stiftung. Die Markus- und die Lukas-Stiftung wurden bis zu ihrem Tod 2018 von der Gründerwitwe Cäcilie Albrecht und ihrem Sohn Theo Albrecht Junior kontrolliert. Große Investitionen und wichtige Entscheidungen konnten von den Stiftungen aber nur einstimmig freigegeben werden.

Lange Zeit galt die Aldi-Eigentümerfamilie als ebenso verschwiegen wie reich. So gut wie nichts drang aus dem Milliardärsclan nach außen. Doch das änderte sich nach dem Tod von Berthold Albrecht im Jahr 2012. Plötzlich entbrannte ein öffentlicher Streit um Macht und Geld bei Aldi.

100 Millionen für Kunst und Oldtimer

Während Sohn Theo Albrecht vor Jahren ebenfalls erklärt, der Name Albrecht verpflichte zu "bescheidenem Lebensstil", hatte sich die Familie von Berthold Albrecht 100 Millionen Euro aus der Jakobus-Stiftung auszahlen lassen. Diese Summe wurde publik, weil der Kunstberater Helge Achenbach Berthold Albrecht beim Kauf von Kunst und Oldtimern durch versteckte Preisaufschläge betrogen hatte. Achenbach wurde deshalb zu sechs Jahren Haft verurteilt. Anfang Juni 2018 kam er nach Verbüßung von zwei Dritteln der Strafe frei.