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Opposition gewinnt Ankara, Wahlkrimi in Istanbul

Opposition gewinnt Ankara, Wahlkrimi in Istanbul
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Bei der Kommunalwahl in der Türkei muss die Regierungspartei AKP offenbar landesweit Stimmeneinbußen verkraften.

Nach Teilergebnissen verliert ihr Kandidat in der Hauptstadt Ankara.

In Istanbul haben Ex-.Regierungschef Benali Yildirim von der AKP und Opposiitonskandidat Ekrem Imamoglu den Sieg für sich beansprucht. Bei 98 Prozent der ausgezählten Stimmen lag Yildirim leicht vorn. Dann wurde bei die Auszählung gestoppt.

Der Oppositionskandidat der CHP, Ekrem Imamoglu, widersprach der staatlichen Darstellung allerdings - und erklärte sich, wie jedoch auch sein Konkurrent, zum Sieger. In der Zählung der CHP liege er selbst 53 Prozent und Yildirim nur bei 44 Prozent, sagte er in einer Pressekonferenz.

Der Verlust von Istanbul wäre eine herbe Niederlage für die Regierungspartei.

Die Kommunalwahl gilt als wichtiger Stimmungstest für den Präsidenten, der sich im Wahlkampf mit teils mehreren Kundgebungen pro Tag persönlich sehr engagiert hatte.

Auch in anderen wichtigen Großstädten wie Antalya oder Adana zeichnete sich kein klarer Gewinner ab.

Die pro-kurdische Oppositionspartei HDP gewann nach Teilergebnissen einige Gemeinden unter Zwangsverwaltung im Südosten des Landes zurück. In der Kurdenmetropole Diyarbakir etwa lag die HDP nach Angaben von Anadolu deutlich vorn. Nach dem Putschversuch vom Juli 2016 hatte Ankara zahlreiche Bürgermeister der HDP wegen angeblicher Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK abgesetzt.

Erdogan erklärt seine Regierungspartei AKP zum Gewinner der Wahl

Erdogan erklärte seine Regierungspartei AKP zum Gewinner der Kommunalwahl. "Die Ergebnisse zeigen, dass wir aus diesen Wahlen wieder mit großem Vorsprung als erste Partei hervorgegangen sind", sagte er.

Zum Verlust der Hauptstadt Ankara sagte Erdogan: "Wir müssen akzeptieren, dass wir da, wo wir gewonnen haben, die Herzen unseres Volkes erobert haben, und da, wo wir verloren haben, nicht erfolgreich genug waren."

Die Wahl als Stimmungstest für die Regierung

Die Wahl war mit Spannung erwartet worden, da sie als Stimmungstest für die Regierung von Präsident Erdogan gilt.

Vor allem die Hauptstadt Ankara sowie Istanbul sind bedeutende Städte in der Wahl. Beide Metropolen wurden seit über 20 Jahren von der AKP beziehungsweise von den Vorgängerparteien regiert.

Erdogan hatte im Vorfeld intensiv Wahlkampf betrieben. Unter anderem die schlechte Wirtschaftslage der Türkei kostete die AKP Stimmen.