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Finnische Städte: Gemeinsam ist man stark

Finnische Städte: Gemeinsam ist man stark
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"6Aika" ist eine Strategie für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Es ist eine gemeinsame Strategie der sechs größten finnischen Städte: Helsinki, Espoo, Vantaa, Tampere, Turku und Oulu. Gemeinsam stellen sie sich den Herausforderungen der Urbanisierung. In den sechs Partnerstädten leben rund 30 Prozent der Bevölkerung. Ihre gemeinsamen Entwicklungsprojekte sind daher von nationaler Bedeutung. Ziel der Sechs-Städte-Strategie ist es, neue Unternehmen, Know-how und Arbeitsplätze in Finnland zu schaffen - Gemeinsam ist man stark.

Jätkäsaari ist ein Viertel Helsinkis, das sich dramatisch verändert: Dort liegt Europas verkehrsreichster Passagierhafen. Ville Nousiainen lebt in diesem Bezirk. Er nutzt oft ein Carsharing-Elektroauto. Es gehört zu einem Pilotprojekt zur Überwindung von Mobilitätsproblemen, das Teil von "6Aika" ist, einer Strategie zur nachhaltigen Stadtentwicklung, die von der europäischen Kohäsionspolitik unterstützt wird. Der Finne sagt: "Ich nutze diesen Service ungefähr einmal im Monat, wenn ich ein Auto nur für den Hinweg brauche. Es ist praktisch, weil man es an keiner bestimmten Stelle abstellen muss, man kann es grundsätzlich überall parken."

Das Carsharing-Projekt mit Elektroautos ist nur eine von vielen Initiativen, die das "6Aika"-Programm in den sechs größten finnischen Städten anbietet.

Ein Drittel der Finnen profitieren von der Strategie, die rund 50 Projekte und rund 4000 Unternehmen umfasst. Das Gesamtbudget beträgt 100 Millionen Euro, fast die Hälfte davon wird von der europäischen Kohäsionspolitk finanziert.

Einmal im Monat treffen sich Vertreter der sechs Städte mit staatlichen Mitarbeitern in Helsinki, um die Projekte zu bewerten. Neue Ideen werden regelmäßig in mindestens in zwei Städten getestet. Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft sind aktuelle Schwerpunktthemen. Aber auch in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Bildung gibt es Pilotprojekte.

Oulu, 800 km nordöstlich von Helsinki, ist eine der Partnerstädte. Dort werden drei Projekte von "6 Aika" getestet. Darunter die Breikkeri-Anwendung, die an diesem Vormittag von Grundschülern der Hintan-Koulou-Grundschule im Mathematikunterricht getestet wird: Jede Figur in dem Video stellt eine Bewegung oder Emotion dar, die die Kinder nachmachen sollen.

"Wir haben festgestellt, dass die Lernergebnisse besser sind, wenn wir den Unterricht spielerisch gestalten", sagt die Breikkeri-Gründerin Sanna Virtanen.

Die Kinder kennen die Figuren gut, die Lehrer können die Schüer wahlweise anregen oder beruhigen. Jeder Schüler hat seinen Liebling: "Ich mag Tenny am liebsten, er ist eine ruhige Figur, genauso wie ich selbst", erzählt Lotta.

Breikkeri gibt es inzwischen an 120 finnischen Schulen. Wenn ein Pilotprojekt von "6Aika" erfolgreich ist, wird es von anderen Städten übernommen. Matti Ahola, Direktor der Hintan Koulu-Schule sagt:

_"Wir sind eine Pilotschule, jetzt kommen andere finnische Schulen, um sich anzusehen, was wir machen. Und auch die anbietenden Unternehmen bekommen gute Bewertungen. Wir machen diese Initiative noch mindestens das ganze Jahr über weiter, vielleicht sogar länger."
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