Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.
Eilmeldung

Wirtschaftlicher Schub für Angola: Der Lobito-Korridor

Wirtschaftlicher Schub für Angola: Der Lobito-Korridor
Euronews logo
Schriftgrösse Aa Aa

Wir sind im Herzen des mineralreichen südlichen Afrikas. Bergbauunternehmen haben mehrere Möglichkeiten, ihre Fracht von hier in den Hafen zu bringen. Die Fahrt nach Osten zum Indischen Ozean nach Daressalam, Beira oder Durban dauert bis zu drei Wochen. Doch sie können seit kurzem auch in die andere Richtung fahren: in den Atlantikhafen im angolanischen Lobito.

Diese über 1300 Kilometer lange, wieder aufgebaute Eisenbahnstrecke verkürzt die Reisezeit auf wenige Tage. In dieser Ausgabe von Business Angola schauen wir uns das Potenzial für Investitionen an, dass durch den Wiederaufbaus einer der historischsten Eisenbahnen auf dem afrikanischen Kontinents entstanden ist - den Lobito Korridor.

Kobalt für die Smartphones der Welt

Diese Kupferlieferung ist gerade über die Grenze aus der Demokratischen Republik Kongo hereingekommen. Daneben stehen leere Wagen, die darauf warten, zurückgeschleppt zu werden. Wir fahren mit bis an die Grenze und warten auf die nächste Lok, die sie abzuholen wird

Die Region Katanga im Kongo ist reich an Mineralien, unter anderem liegt hier der Großteil der weltweiten Kobaltreserven. Das ist eine dieser seltenen Erden, die Sie in Ihrem Smartphone finden.

Restaurierung für 2,3 Milliarden Euro

Der Lobito Korridor wurde 1929 von einem schottischen Bergbauingenieur gebaut, der riesige Kupfervorkommen in der Provinz Katanga entdeckte. Er erhielt eine 99-jährige Konzession, und die Strecke ging schließlich im Jahr 2001 zurück in den Besitz von Angola.

Anschließend baute ein chinesisches Unternehmen die Strecke für 2,3 Milliarden Euro wieder auf. Auf der 2015 eingeweihten Strecke fahren Lokomotiven von General Electric und chinesische Wagen.

Der Präsident der Eisenbahngesellschaft, Luis Lopes Teixeira, erzählt, dass die Strecke bis nach Sambia ausgebaut werden soll. "Wir haben derzeit alle fünfzehn Tage zwei Züge, und wir wollen das ausweiten auf drei bis vier oder sogar fünf Züge pro Tag. Die Bereiche, die von der Benguela-Eisenbahn profitieren könnten, sind Landwirtschaft, Industrie, Bauwesen und auch die Entstehung neuer Firmen."

Gut für die Logistikbranche

In der Hauptstadt Luanda freut sich das Logistikunternehmen Early Green die Hände über den neueren, schnelleren Lobito Korridor, wie der Geschäftsführer erklärt. "Mit dem Lobito Korridor kann man viel Zeit gewinnen. Und wir sind sehr nahe an den wichtigsten Minen im Kongo, also direkt an der Grenze. Es ist sehr einfach."

Die Bahnstrecke befördert die Geschäfte in beiden Richtungen, große wie kleine. Hier wird im Hafen von Lobito eine Ladung Schwefel auf Eisenbahnwaggons verladen - mit dem Ziel Kongo. Außerdem können hier auch größere Ladungen aus dem südlichen Afrika abgefertigt werden, dank eines eignen Terminals für Mineralien im Hafen.

Auch bei Einwohnern und Touristen beliebt

Auch die Angolaner profitieren. Hier in der Provinz Benguela und in der Grenzregion ist die Strecke bei Händlern und Reisenden beliebt.

Jon Schubert ist ein Anthropologe, der seit Jahren in Angola forscht. Er glaubt, dass der Lobito Korridor ganz neue Möglichkeiten eröffnet. "Im ziemlich abgelegenen Ostteil des Landes, wo es bis jetzt keine Straße gab, gibt es jetzt die Eisenbahn. Dadurch können die Menschen ihre Ernte mitnehmen und im Zug, in benachbarten Gemeinden oder benachbarten Provinzen verkaufen. Das Potenzial ist hier wirklich enorm. Wenn es hier eine industrielle Landwirtschaft gäbe, könnte sie das nutzen und ihre Produkte in die Städte, an die Küste oder sogar in andere Länder bringen."