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Klimawandel umso besser: Gold und Diamanten in der Arktis

Klimawandel umso besser: Gold und Diamanten in der Arktis
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US-Außenminister Mike Pompeo hat China und Russland vor unbegründeten Ansprüchen und einseitigem Vorgehen in der Region nördlich des Polarkreises gewarnt. Eine gemeinsame Abschlusserklärung brachten die Außenminister der Mitgliedsländer des Arktischen Rates im finnischen Rovaniemi nicht zustande.

Jonas Parello Plesner vom Hudson Institute sagt: "Eigenartig, dass die USA, die die Existenz des Klimawandels verneinen, jetzt aber bei dem, was der Klimawandel ermöglicht, dabei sein wollen. Dass die USA da jetzt mitmischen, ebenso wie China und Russland, bedeutet für die kleineren Mitglieder, die eigentlich das Rückgrat des Arktischen Rates bilden, dass ein Buhlen um die Macht eingesetzt hat."

Die Arktis ist besonders von der Erderwärmung betroffen, - eine Katastrophe für viele Tiere, für die indigenen Völker, letztendlich für die gesamte Erde. Die Durchschnittstemperaturen steigen dort mehr als doppelt so schnell wie im Rest der Welt.

Das schmelzende Eis legt jedoch neue Routen für die Schifffahrt frei. Auch wegen vermuteter Öl- und Gasreserven erlangt die Region zunehmend strategische Bedeutung.

Pompeo: Gold in der Arktis

Obwohl der Klimawandel in der Arktis besonders stark zu spüren ist, hatte ihn der US-Außenminister Mike Pompeo in einer Rede am Montag weitgehend unerwähnt gelassen. Er verwies lediglich auf Statistiken, wonach die USA ihren CO2-Ausstoß im Energiesektor um 14 Prozent verringert hätten. Dann benutzte er seine Rede für Warnungen an China und Russland, sich ja nichts im Alleingang unter den Nagel zu reißen. Pompeo sieht im Klimawandel eine Chance. Er sagte: "Die Arktis bietet viele Möglichkeiten. Dort sind 13 Prozent des unentdeckten Öls, 30 Prozent des unentdeckten Gas, unglaublich viel Uran, seltene Mineralien, Gold, Diamenten und Millionen unangezapfte Ressourcen, und Fische en masse."

Die Außenminister der Mitgliedstaaten gaben lediglich eine gemeinsame Stellungnahme heraus, in der sie schreiben, sie wollten sich um Aufrechthalten von Frieden, Stabilität und konstruktive Zusammenarbeit in der Polarregion bemühen.

Die übliche sogenannte Joint Declaration gab es nicht.

Soini windet sich: Gemeinsame Erklärung 'nicht möglich'

Der scheidende finnische Außenminister Timo Soini sprach von Meinungsverschiedenheiten beim Thema Klimawandel. "Es ist klar, dass wir bei einigen Angelegenheiten anderer Meinung sind", sagte Soini als Ratsvorsitzender auf einer Pressekonferenz. Die Entscheidungen des Rates beruhten immer auf Einstimmigkeit, antwortete er auf die Frage, ob das Fehlen einer Abschlusserklärung auf Einwände der USA zur Erwähnung des Klimas zurückzuführen sei.

"Wir haben erkannt, dass eine Erklärung auf traditionelle Weise diesmal nicht möglich war." Einen Schuldigen wolle er nicht benennen.

Es könne aber nicht bestritten werden, dass es beim Klima verschiedene Ansichten gebe. "Es ist klar, dass diese Klimafragen nicht auf diesem Treffen gelöst werden können", sagte Soini.

Neben der gemeinsamen Stellungnahme der Minister veröffentlichte der Rat eine Erklärung von Soini. Darin schrieb er, die Mehrheit der Ratsmitglieder betrachte den Klimawandel als eine fundamentale Herausforderung für die Arktis. Diese Mehrheit bekenne sich zu der dringenden Notwendigkeit, gegen den Klimawandel vorzugehen.

Kleine Hoffnung: Island denkt auch an die Völker, die in der Arktis leben

Der Arktische Rat wurde 1996 gegründet. Ihm gehören neben Finnland, den USA und Russland außerdem Kanada, Island, Dänemark, Schweden, Norwegen und mehrere indigene Völker an.

Finnland hatte den Ratsvorsitz 2017 von den USA übernommen. Am Dienstag gab es ihn an Island weiter. Dessen Außenminister Gudlaugur Thór Thórdarson sagte, sein Land wolle auf der hervorragenden Arbeit Finnlands aufbauen. Die nachhaltige Entwicklung in der Region werde im Fokus des isländischen Vorsitzes stehen. Prioritäten seien die Meeresumwelt, das Klima, grüne Energien sowie die Völker, die in dem Gebiet lebten. Die Arktis müsse eine Region des Dialogs und der friedlichen Kooperation bleiben.

Ein Ende des Polareis - "The End of Ice", ein Buch von Dahr Jamail ist noch nicht ins Deutsche übersetzt: