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70 Jahre danach: Berliner feiern Rosinenbomber

70 Jahre danach: Berliner feiern Rosinenbomber
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Es war ein bewegender Festakt, mit dem auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof an die Berliner Luftbrücke erinnert worden ist.

Am 12. Mai 1949, vor genau 70 Jahren, endete die Blockade der deutschen Hauptstadt.

Es war den Sowjets nicht gelungen, Westberlin einzuverleiben. Die Rettung kam von den früheren Feinden, US-Amerikanern und Briten, die die Menschen im Westsektor über ein Jahr lang aus der Luft versorgten - Piloten in "Rosinenbombern", wie diese von den Berlinern getauft wurden.

Hilfe und Hoffnung

Die Care-Pakete enthielten Kohle zum Heizen, Kakao oder Zucker - insgesamt 3 Millionen Tonnen Nahrung und andere Vorräte aus den USA.

Anita Stapel war damals eine junge, abgemagerte Mutter, die in Kreuzberg lebte.

Sie erinnert sich: "Dieses Paket hat einem soviel Hoffnung gegeben. Und auch die Tatsache, dass irgendwo auf der Welt Menschen sind, die ihren ehemaligen Feinden helfen..."

Von Feinden zu Freunden. Bis heute berühmt ist der US-Amerikaner Gail Halvorsen. Dieser warf während der Berlin-Blockade aus dem Rosinenbomber selbstgebastelte Taschentuch-Fallschirme mit Schokolade und Kaugummis ab. Viele Piloten machten es ihm nach.

Insgesamt bekamen Kinder in Berlin mehr als 23 Tonnen Süßigkeiten aus der Luft.

"Schokoladen-Onkel"

Nur die damals siebenjährige Mercedes Wild war jedes Mal zu klein und zu langsam, um sich den kostbaren Schatz zu sichern.

Sie sagte, "Schokolade war für mich was ganz Tolles. Da ich wusste, dass an diesen Fallschirmen kleine Schokoladenbarren angebunden waren, habe ich dann an meinen Schokoladen-Onkel am Flughafen Tempelhof geschrieben und ihn gebeten, einen Fallschirm, wohlgemerkt nur einen Fallschirm, direkt auf unseren Garten - mit den weißen Hühnern."

Halverson schickte ihr Schokolade und Kaugummis... Jedes Mal, wenn sich die beiden seitdem trafen, unterschrieb er seinen ersten Brief neu.

Der Beginn einer langen Freundschaft...