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Litauen: Der Traum vom Reisen durch Europa

Litauen: Der Traum vom Reisen durch Europa
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Im Vorfeld der Europawahlen ist euronews unterwegs, um herauszufinden, was die Bürger der Europäischen Union in Zukunft von der EU erwarten. Unser Reporter Stuart Oates hat sich auf dem ganzen Kontinent bei Leuten für eine Nacht einquartiert, um herauszufinden, was den Menschen wichtig ist. In der letzten Folge unserer Reihe "Sleepovers" ist er in Litauen.

Abwanderung ist ein Problem auf dem Land

Beim Treffen mit Dalia Šmitienė, in ihrem Haus auf dem Land im Westen Litauens, erzählt sie dem Reporter, dass sie mit ihrer Familie dort gelebt hat. Heute ist es nicht mehr der ständige Wohnsitz der Lehrerin. Die Abwanderung ist zu einem großen Problem in der Region geworden. Viele Menschen ziehen weg wegen besserer Verdienstmöglichkeiten anderswo. Familien werden getrennt - ein Elternteil geht ins Ausland, der andere bleibt mit dem Rest der Familie in Litauen. Nachdem Dalias Mann zum Arbeiten nach Norwegen ging und auch viele ihrer Freunde wegzogen, entschied sie sich, in die nahe gelegene Stadt Klaipeda zu ziehen. Dort verbringt sie heute die meiste Zeit.

Litauens Städte profitieren von EU-Hilfen

Am nächsten Tag reist der Reporter mit der Lehrerin und ihrer Tochter in die Stadt. Dort unterrichtet Dalia Englisch. Das allgemeine Gefühl in der Bevölkerung war recht positiv gegenüber der Europäischen Union. Was vielleicht nicht überraschend ist, wenn man die neuen Straßen entlang fährt und die neu gestaltete Uferpromenade entlangspaziert. Überall signalisieren große Schilder die finanzielle Unterstützung der EU. Aber das Thema Abwanderung taucht wieder auf, als eine von Dalias Schülerinnen erzählt, dass sie Englisch lernen will, weil ihre Tochter nach Deutschland gezogen ist und einen deutschen Freund hat. Englisch ist die einzige Möglichkeit, sich mit ihm zu unterhalten.

Unberührte Natur und ideale EU-Politik

Eine Mittagspause ermöglichte Dalia und dem Reporter eine kurze Fahrt mit der Fähre von Klaipeda zur Kurischen Nehrung an der Ostsee. Der 98 km lange Sandboden ist UNESCO-Weltkulturerbe und erstreckt sich zwischen Russland im Süden und Litauen im Norden. Die unberührten Kiefernwälder und der atemberaubende weiße Sand bildeten ein perfektes Ende der Übernachtung, bei der Dalia von ihrer idealen EU-Politik erzählte. Sie wünscht sich, dass alle EU-Bürger zum Reisen verpflichtet werden. So würde man verschiedene Länder und Kulturen erleben und schätzen lernen, was ein verständnisvolleres und produktiveres Zusammenleben fördern würde.