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UN-Weltflüchtlingstag: Weltweit 70,8 Mio. Geflüchtete

UN-Weltflüchtlingstag: Weltweit 70,8 Mio. Geflüchtete
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رويترز
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Armut, Hunger,Kriege, Verfolgung. Weltweit gibt es so viele Flüchtlinge und Vertriebene wie nie zuvor in der Geschichte des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen UNHCR. Ende vergangenen Jahres verzeichnete das UNHCR gut zwei Millionen mehr Geflüchtete als 2017. Eine Katastrophe, die ein globales Management erfordere, erklärten Nichtregierungsorganisationen anlässlich des UN-Weltflüchtlingstags.

Jan Egeland ist Generalsekretär des norwegischen Flüchtlingsrates: "I_nzwischen gibt es mehr als 70 Millionen Flüchtlinge und Binnenvertriebene auf der ganzen Welt. Solche Zahlen hatten wir seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Es ist ein Weckruf für Führungskräfte auf der ganzen Welt._"

"Fern der Wirklichkeit"

Anlässlich des Weltflüchtlingstags äußerte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, großes Bedauern darüber, dass Geflüchtete vor allem in westlichen Ländern teilweise als bedrohliche Invasoren dargestellt würden.

Dazu nioch einmal Jan Egeland: "Es gibt in Europa die Vorstellung, dass wir von Flüchtlingen überrannt werden. Davon könnte die Wirklichkeit nicht weiter entfernt sein. Die meisten europäischen Länder nehmen weder Flüchtlinge noch Binnenvertriebene auf."

Merkels "hoher Preis"

Filippo Grandi lobte Deutschland als ein Modell, das andere Länder kopieren sollten. Auch wenn Kanzlerin Angela Merkel vielleicht einen hohen Preis für ihre Politik gezahlt habe.

Nora Hofstetter ist regionale Koordinatorin der Nichtregierungsorganisation Sea-Watch: "Einwanderung war schon immer Teil der menschlichen Gesellschaft. Wir sind immer migriert und wir hören jetzt nicht auf. Diese Idee, Europa abzuschotten, während sich diese Welt in einer Klimakatastrophe befindet, während diese Welt so ungleich ist, funktioniert also einfach nicht. Und was wir jetzt sehen, ist, dass jeder sechste Mensch, der versucht, das Mittelmeer zu überqueren, stirbt."

Der Zustrom von Migranten nach Europa mag sich verlangsamt haben, aber ihre massenhafte Ankunft im Jahr 2015 löste eine politische Gegenreaktion aus, die in den Ländern der EU immer noch spürbar ist. Brüssel und die Mitgliedstaaten sind nach wie vor tief gespalten über die Bemühungen, einen gemeinsamen Ansatz für die Krise zu finden.