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Eilmeldung

Ein Toter bei Eurofighter-Kollision in Mecklenburg-Vorpommern

Ein Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten. Er landete mit seinem Fallschirm in einer Baumkrone.
Ein Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten. Er landete mit seinem Fallschirm in einer Baumkrone. -
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Zwei "Eurofighter" der Bundeswehr sind in Mecklenburg-Vorpommern bei einem Übungsflug kollidiert und abgestürzt. Dabei kam ein Pilot ums Leben. Der Pilot der zweiten Maschine wurde verletzt in einer Baumkrone gefunden und in ein Rostocker Krankenhaus gebracht.

Einer der Kampfjets stürzte nahe des Ortes Jabel in ein Waldstück, der andere stürzte südlich der Ortschaft Nossentiner Hütte an einem Waldrand ab. Beide Orte sind rund zehn Kilometer voneinander entfernt.

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Die Trümmerteile der "Eurofighter" waren weit verstreut.Reuters

Nach Angaben der Bundeswehr sind die beiden unbewaffneten Flugzeuge bei Luftkampfübungen verunglückt. Daran sei auch ein dritter "Eurofighter" beteiligt gewesen. Dieser hatte nach dem Unglück gegen 14.00 Uhr im Luftraum über Plau am See zwei Fallschirme niedergehen sehen und gemeldet. Daraus ist zu schließen, dass beide Piloten den Schleudersitz betätigten.

Trümmerteile auf Sportplatz und Friedhof

Durch die Abstürze kam es zu Waldbränden. In der Region lief ein Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungskräften. Das Polizeipräsidium Neubrandenburg wies auf Trümmerteile hin, die in der Region durch die Flugzeugkollision verteilt wurden. Man solle sich diesen gefährlichen Gegenständen nicht nähern. Die Bürgermeisterin des Ortes Nossentiner Hütte, Birgit Kurth, berichtete, dass Trümmerteile auf einem Sportplatz und einem Friedhof gefunden wurden. Menschen oder Häuser wurden nach ihren Worten aber nicht getroffen.

Caffier: Bundeswehr übernimmt Ermittlungen

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) und Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kamen in die Unglücksregion. Von der Leyen sprach von einem "Tag der Trauer und des Schmerzes über den Verlust unseres Soldaten". Es handele sich um ein schreckliches Ereignis, das viele Fragen aufwerfe. Den Angehörigen des verstorbenen Piloten drückte die Ministerin ihr Beileid aus. Caffier dankte den Einsatzkräften und zeigte sich froh darüber, dass durch den Absturz keine Wohngebiete getroffen wurden. Die Bundeswehr werde die Ermittlungen zur Unglücksursache übernehmen.

"Eurofighter"-Ausmusterung bis 2040

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Ein Eurofighter der Bundeswehr (Archivbild).Reuters

Die abgestürzten Maschinen gehörten zum Luftwaffengeschwader 73 "Steinhoff", das in Laage bei Rostock stationiert ist. Insgesamt unterhält die Luftwaffe der Bundeswehr 140 Kampfjets des Typs "Eurofighter". Er kann sowohl für Luft-Luft- als auch für Luft-Boden-Kämpfe bewaffnet werden.

Die deutschen "Eurofighter" waren in der Vergangenheit mehrfach wegen technischer Mängel sowie Anschaffungskosten von mehr als 100 Millionen Euro pro Jet kritisiert worden. Sie sollen bis 2040 ausgemustert und durch einen neuen französisch-deutschen Kampfjet ersetzt werden.