UN-Bericht warnt: Klimawandel verstärkt weltweite Armut

UN-Bericht warnt: Klimawandel verstärkt weltweite Armut
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Extreme Wetterlagen, schmelzende Polkappen, Überflutungen, Waldbrände. Der Klimwandel könnte dafür sorgen, dass die Kluft zwischen Arm und Reich noch deutlich gößer wird. Zu diesem Schluss kommt Philip Alston, UN-Sonderberichterstatter zu extremer Armut und Menschenrechte, in einem Bericht für die Vereinten Nationen.

Die Auswirkungen der globalen Erwärmung könnten das Grundrecht auf Leben, Wasser, Nahrung und Wohnen für Hunderte Millionen Menschen untergraben.

Alston schreibt, dass die Menschheit ein Szenario mit einer "Klima-Apartheid" riskiere, in dem die Reichen zahlen, um vor Hitze, Hunger und Konflikten zu flüchten und der Rest der Welt zurückgelassen werde und leide.

Seine Daten zeigen: Die Entwicklungsländer werden schätzungsweise 75% der Kosten der Klimakrise tragen müssen. Und das obwohl die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung nur für 10% der CO2-Emissionen verantwortlich ist. Die reichsten 10% der Weltbevölkerung verursachen 50% des Kohlendioxid-Ausstoßes.

Lobende Worte findet Alston für verschiedene Initiativen zum Klimaschutz. Darunter den Einsatz der Aktivistin Greta Thunberg und die von ihr weltweit angestoßenen Fridays-for-Future-Demonstrationen gegen den Klimawandel.

Mit Regierungen, NGOs und politischen Vertretern, wie Donald Trump, geht er dagegen härter ins Gericht.

Er ruft die Welt auf, mehr zu tun. Die bisherigen internationalen Vereinbarungen, zum Beispiel das Pariser Klimaschutzabkommen, bezeichnet er als "ineffektiv".

Mangelnde Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels werden laut Alston vielerlei Konsequenzen nach sich ziehen. Neben Wasser- und Lebensmittelknappheit hätten die Ärmsten auch mit politischer Instabilität zu kämpfen, die in den betroffenen Regionen weiter zunehme - oft käme es deshalb sogar zum Krieg. Außerdem drohe der Klimawandel die Fortschritte der letzten 50 Jahre in den Bereichen Entwicklung, globale Gesundheit und Armutsbekämpfung zunichte zu machen.