Gibraltar: Öltanker gestoppt

Gibraltar: Öltanker gestoppt
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REUTERS/Stringer
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Wegen des Verdachts illegaler Öllieferungen für Syrien ist in Gibraltar ein Supertanker gestoppt worden. "Wir haben das Schiff und seine Fracht aufgehalten", teilte Gibraltars Regierungschef Fabian Picardo mit. Es gebe Grund zu der Annahme, dass das Rohöl an Bord der "Grace 1" für die Banjas-Raffinerie in Syrien bestimmt gewesen sei, sagte Picardo in seiner Videobotschaft weiter. Dies wäre aber ein Verstoß gegen die EU-Sanktionen, die für das Bürgerkriegsland gelten.

Gibraltar am Südzipfel Spaniens steht seit 1713 unter britischer Souveränität. Das Gebiet wird aber von Madrid beansprucht.

Spaniens Außenminister Josep Borrell erklärte: "Selbstverständlich wussten wir Bescheid. Unsere Polizeiboote waren schließlich auch dort. Es war ein Auftrag Washingtons an die Briten. Wir untersuchen jetzt, inwieweit unsere Souveränität beeinträchtigt wurde, denn wir sind der Meinung, dass es sich um spanische Gewässer handelt."

Nach Angaben des Branchendienstes "Lloyd's List" stammt das Rohöl an Bord der "Grace 1" aus dem Iran. Der Supertanker fährt laut der Datenbank BalticShipping.com unter der Flagge Panamas.