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Mordprozess Susanna: Lebenslang für Ali B.

Mordprozess Susanna: Lebenslang für Ali B.
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Der Angeklagte im Mordprozess Susanna, Ali B., ist vom Wiesbadener Landgericht zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Zudem stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest, wodurch eine Haftentlassung nach 15 Jahren nahezu ausgeschlossen ist. Er habe kaltblütig, zielgerichtet und heimtückisch gehandelt, heißt es in der Urteilsbegründung.

Zum Prozessauftakt im März hatte der Tatverdächtige Ali B. gestanden, die Schülerin getötet zu haben. Den Vorwurf der Vergewaltigung hatte er allerdings bestritten. Ali B. lebte zum Tatzeitpunkt in einer Flüchtlingsunterkunft in Wiesbaden. Nach der Tat hatte er sich zusammen mit seiner Familie in den Irak abgesetzt. Die kurdischen Behörden im Nordirak hatten Ali B. auf Gesuch der deutschen Behörden festgesetzt und zurück nach Deutschland überstellt.

„Die Kammer hat ganz klar die Vergewaltigung ebenso wie die Staatsanwaltschaft als erwiesen angesehen. Und die Schwere der Schuld nicht nur in Verwirklichung beider Mordmerkmale, sondern insbesondere die menschenverachtende, frauenverachtende Weise, die der Angeklagte während des gesamten Prozesses an den Tag gelegt hat", so Staatsanwältin Sabine Kolb-Schlotter. „Eine Abschiebung ist generell möglich, nach derzeitiger Erlasslage nach 13 Jahren. Aber ich gehe davon aus, dass er wesentlich länger hier in Deutschland in der JVA Zeit verbringen wird“, sagte Kolb-Schlotter.

Die 14-jährige Schülerin war am 22. Mai 2018 nach einem Ausflug in die Wiesbadener Innenstadt nicht nach Hause zurückgekehrt. Mehrere Zeugenaussagen und Hinweise eines 13-jährigen Flüchtlings hatten zum Fund der Leiche geführt. Ein Zeuge hatte den Angeklagten schwer belastet und berichtet, Ali B. habe angekündigt, Susanna umzubringen, sollte diese nicht mit ihm schlafen. Nach einer großangelegten Suchaktion hatten die Ermittler am 6. Juni 2018 Leiche des Mädchens neben den Bahngleisen bei Wiesbaden-Erbenheim gefunden.

Diana F., die Mutter des Opfers, sagte: „Einerseits bin ich dankbar, dass das Urteil so ausgefallen ist, dass der keine Mädchen und keinem Menschen mehr antun kann. Aber auf der anderen Seite bringt mir das meine Tochter auch nicht zurück.“