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Oberster Atomwächter gestorben

Oberster Atomwächter gestorben
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Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Yukiya Amano, ist im Alter von 72 Jahren gestorben. Zu Lebzeiten hatte er immer wieder betont, auch gegenüber Euronews, dass die Welt nuklear abrüsten müsse. Die IAEA (International Atomic Energy Agency) könne bei der Überwachung helfen.

Der japanische Diplomat stand zehn Jahre lang an der Spitze der UN-Behörde, wo er mit den Mitgliedern des Weltsicherheitsrates versuchte, eine iranische Atombombe zu verhindern. Auch die nukleare Aufrüstung Nordkoreas bereitete ihm Sorgen.

Spekulationen über Nachfolge

Wer Nachfolger Amanos in Wien - dem Sitz der internationalen Atomenergiebehörde - wird, steht noch nicht fest. Allerdings gibt es bereits erste Spekulationen. Der argentinische IAEA-Botschafter, der Diplomat Rafael Grossi, hat ebenso seinen Namen ins Spiel gebracht wie der Rumäne Cornel Feruta, oberster Koordinator der IAEA-Aktivitäten.

In den kommenden Wochen könnten weitere Staaten Interesse an der Besetzung dieser internationalen Spitzenposition anmelden. Einfach ist der Job nicht gerade, geht es doch darum, einerseits diplomatisches Fingerspitzengefühl zu haben, andererseits Standfestigkeit gegenüber politischer Einflussnahme von egal welcher Seite zu beweisen. Als "oberster Atomwächter" der Weltgemeinschaft ist der IAEA-Chef der Menschheit als Ganzes verpflichtet, nicht den Partikularinteressen der Atommächte.

Atomwächter vor stürmischen Zeiten

Der IAEA stehen möglicherweise stürmische Zeiten bevor. Der "Atom-Deal" mit dem Iran zerbröckelt gerade. Und ob Nordkorea bereit ist, erneut IAEA-Inspektoren ins Land zu lassen - aus dem sie 2009 hinausgeworfen worden waren - ist ebenfalls unklar.

Amano galt alt diskreter Sachwalter der Weltgemeinschaft in Sachen Nuklearkontrolle, mehr Techniker als Politiker - und unterschied sich in dieser Hinsicht von seinem Vorgänger Mohamed ElBaradei, der hinsichtlich des Iran-Dossiers auch öffentlich mit den USA die diplomatischen Klingen gekreuzt hatte.

Vor dem Sitz der IAEA in Wien war als Zeichen der Trauer Halbmast geflaggt. Amano litt offenbar seit geraumer Zeit an einem körperlichen Gebrechen und hatte geplant, von seinem Amt früher als vorgesehen zurückzutreten. In den vergangenen Monaten wirkte der IAEA-Chef geschwächt und war seltener öffentlich in Erscheinung getreten.