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"Schwimmende Bombe": Droht Rotem Meer Umweltkatastrophe durch Öltanker?

"Schwimmende Bombe": Droht Rotem Meer Umweltkatastrophe durch Öltanker?
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Twitter: @Yemen_PM - Bello, Camille
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Vor der Küste des Jemen könnte ein ausgedienter Öltanker eine Umweltkatastrophe verursachen: Experten warnen vor einer "schwimmenden Bombe" im Roten Meer. Seit 1987 liegt das rund 360 Meter lange und 70 Meter breite "SAFER Floating Storage and Offloading Terminal" am Hafen von Ras Isa. Der ehemalige Tanker "Esso Japan" wurde 1976 gebaut. Er diente als Ölverladestation. Sie ist aber seit 2015 aufgrund des Bürgerkriegs außer Betrieb.

Seit 2014 in herrscht im Jemen Bürgerkrieg, als vom Iran gestützte Rebellen die Hauptstadt Sanaa eroberten. Eine von Saudi-Arabien angeführte internationale Koalition griff ein Jahr später in den Konflikt ein, der bereits zehntausende Todesopfer gefordert und eine humanitäre Katastrophe ausgelöst hat.

Die jemenitische Regierung warnt vor einem möglichen Umweltunfall, da man aufgrund Behinderung von Seiten der Huthi-Rebellen keine Wartungsarbeiten an der Anlage ausführen könne. Bereits Anfang März dieses Jahres bat Jemen um internationale Unterstützung.

Geplante Uno-Inspektionen der SAFER-Anlage seien bereits mehrfach nicht zustande gekommen, klagt Mark Lowcok, Chef des Uno-Amtes für die Joordinierung humanitärer Angelegenheiten gegenüber Medien. Deshalb könne man die Risiken schwer abschätzen.

Nach Berichten unter anderem vom Atlantic Council und dem Guardian steigt die Gefahr von Tag zu Tag. Die 34 Tanks der Anlage haben eine Gesamtkapazität von rund drei Millionen Barrel Öl. Laut Schätzungen sind sie zu einem Drittel gefüllt. In den nicht ganz gefüllten Kammern könnten sich gefährliche Gase bilden.

Außerdem ist der in den 1970er Jahren in Japan gebaute Tanker nur einwandig. Sollte die Außenhülle korrodieren, würde das Öl direkt ins Meer auslaufen.

Die Küsten des beliebten Urlaubsziels könnten großflächig mit Öl verseucht werden. Laut der jemenitischen Regierung sind in dem stillgelegten Tanker rund eine Million Barrel Rohöl gelagert - ein Vielfaches der Ladefracht der "Exxon Valdez", die 1989 vor Alaska auf Grund lief und damit eine Ölpest und eine der größten Umweltkatastrophen der Seefahrt auslöste - deren Spuren noch heute sichtbar sind.