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Sprechen Sie Maka?

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Der UN zufolge existieren weltweit 7.000 Sprachen. Viele dieser Sprachen drohen verloren zu gehen. Maria Salazar in Santa Maria Ixcatlan in Oaxaca, Mexiko:

"In der Schule hatten wir Lehrer, die haben uns verboten, die Ixcatec-Sprache zu sprechen. Meine Eltern haben mich zur Schule geschickt, sie haben sie uns eingeschrieben, und dann wurden die Lehrer wütend, weil wir Ixcatec gesprochen haben. Das wär nicht gut und Spanisch sei besser, sagten sie. Als ich klein war hatte ich einen Lehrer, der uns schlug, uns an den Armen packte und uns sagte, wir sollten nicht Ixcatec sprechen, weil er es nicht verstand und deshalb hörten wir damit auf."

Ixcatec oder Xwja ist eine Sprache, die von den Bewohnern des mexikanischen Dorfes Santa María Ixcatlan im Norden des Bundesstaates Oaxaca gesprochen wird. Oder besser: gesprochen wurde. Vor rund 10 Jahren wurden noch zwischen acht („Consejo Nacional para la Cultura y las Artes") und 190 Menschen (Volkszählung 2010) gezählt, die die Sprache beherrschten.

Pedro Salazar, ihr Bruder:

"Es gibt nur noch ungefähr sechs oder sieben Personen, die Ixcatec sprechen. Das sind nicht viele. Es gibt einige, die verstehen es, können es aber nicht sprechen."

AYMARA

In Peru soll ein eigenes Fernsehprogramm die alte Sprache Aymara am Leben erhalten, eine der meist gesprochenen indigenen Sprachen Südamerikas (2,2 Millionen Sprecher).

Hugo Coya, Präsident des Instituts für Radio und Fernsehen in Peru:

"In Peru spricht ein Drittel der Menschen indigene Sprachen, und deshalb haben wir angefangen, unsere Muttersprachen-Programme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und im Fernsehen zu erweitern und neu zu gestalten."

Zwei Näherinnen in Lima singen ein Lied in Shipibo, 26.000 Menschen im Osten Perus verstehen es.

Die Mutter von Clarisa Franco gehört dazu:

"Wir bringen uns um, denn wenn man die Kultur nicht lebt oder pflegt, dann geht nicht nur die Sprache unter, sondern alle Traditionen. Man riskiert, das Wissen über Heilpflanzen zu verlieren, alles stirbt."

In Paraguay lernen die Kinder Maka in der Schule.

Bolivien gilt als südamerikanisches Vorbild im Umgang mit indigenen Völkern - seit der Präsidentschaft von Evo Morales. Er wuchs in einer bitter armen Aymara-Familie auf. Sein Credo zum Internationalen Jahr der Indigenen Sprachen 2019: Durch die Anerkennung der Sprachen erkenne man auch die Kultur, Würde und Identität indigener Völker an.

su

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