Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.
Eilmeldung
Hotel der Spione

Hotel der Spione

Ein düsterer Raum, keine Fenster, altertümliche Lampen eine Schreibmaschine und allerlei Gerät mit Drehreglern, Schaltern und Kabeln, dunkles Holz und grünlich schimmerndes Metall: Nicht James Bond, nicht George Smiley, nicht Gerd Wiesler sind hier ihrer Arbeit nachgegangen; nein, das alles ist echt, in einem Hotel in Slowenien.

"Die Geräte wurden verwendet, um militärische Einsätze zu koordinieren und Informationen zu sammeln, zum Beispiel über Feindbewegungen", erzählt der Kommunikationsexperte Nikola Simic, "sie wurden aber auch verwendet für die Kommunikation zwischen hohen Regierungsbeamten, Spitzenpolitikern, den Zivilschutzbehörden und dem Militär."

Nicht nur die Karstlandschaft mit ihren Tropfsteinhöhlen brachte die Spione dazu, sich ausgerechnet hier anzusiedeln, in dem Hotel mit der schönen Aussicht. Von der hatten sie sowieso wenig in ihrem fensterlosen Raum.mit modernistisch-sozialistischer Architektur.

Ein Bild aus früheren Zeiten

"Im ehemaligen Jugoslawien war Postojna ein strategisch wichtiger Ort", erklärt Marjan Batagelj, heute Chef des Hotels. "Hier ging die einfachste Route von Westeuropa in den Osten durch. Die Höhle von Postojna war einer der meistbesuchten Orte in Osteuropa, die sich hohe Politiker ebenso anschauten wie viele Touristen. Hier gab es einiges an Informationen abzugreifen."

Auf den Plänen des 1971 erbauten Hotels taucht der Geheimraum nicht auf. Die Planer hatten an alles gedacht, und so blieb er auch noch lange Zeit geheim, als das gar nicht mehr nötig war.

Entdeckt wurde er weit nach dem Fall des Eisernen Vorhangs bei Renovierungsarbeiten 2016. Da habe es diese Tür gegeben, die niemand öffnen wollte, so Batagelj. Doch irgendwann siegte offenbar die Neugier. Und so können heute Touristen die Spionagekammer besuchen – für einen ganz und gar nicht sozialistischen Obulus.