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Hahn darf in Frankreich weiter krähen

Hahn darf in Frankreich weiter krähen
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Hahn "Maurice" darf weiter krähen. Eine Klage der Nachbarn gegen die Besitzerin des lärmenden Tiers wurde von dem zuständigen französischen Gericht in Rochefort abgelehnt.

Ausgangspunkt war ein Nachbarschaftsstreit: Ein Ehepaar im Ruhestand, das ein Landhaus auf der Insel Oléron besitzt, hatte das frühe Krähen des Gockels satt.

Das Urteil wurde mit Spannung erwartet. Das Wappentier Frankreichs, der gallische Hahn in Gefahr? "Maurice" wurde zum Symbol eines Kulturkampfes Landbewohner gegen zugezogene Städter.

"Das Leben meiner Nachbarn muss traurig sein. Diese Leute kommen aus der Stadt, sie haben genug von dem ganzen Lärm dort. Wenn sie also aufs Land kommen, denken sie, sie werden hier die absolute Ruhe finden. Aber hier bei uns gibt es eben andere, ganz normale Geräusche. Wenn wir in die Stadt gehen passen wir uns an und ertragen den Lärm und sie müssen das auch bei uns auf dem Land", meint Corinne Fesseau, die Besitzerin von "Maurice".

Das juristische Tauziehen um "Maurice" auf der Atlantik-Insel südlich von Nantes hatten für großes mediales Aufsehen gesorgt, sogar die New York Times hatte über das ungewisse Schicksal des Hahns berichtet. Menschen aus der ganzen Welt schickten Briefe zur Unterstützung.

"Ich finde diese Anzeige schon übertrieben. Das gehört doch zum Leben dazu. Einen Hahn krähen zu hören ist doch eher etwas Schönes", sagt eine Anwohnerin.

Dieser Prozess ist bestimmt nicht der letzte seiner Art. In Frankreich wurde schon wegen Kirchenglocken und Froschgequake geklagt und im Oktober wird vor Gericht entschieden, ob 50 Enten und Gänse zu laut schnattern.

Doch dank Maurice gibt es nun eine Initiative, Geräusche auf dem Land als "nationales Kulturerbe" schützen zu lassen.