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Berlin und UNHCR besorgt über "trostlose" Lage auf Ägäis-Inseln

Berlin und UNHCR besorgt über "trostlose" Lage auf Ägäis-Inseln
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Die deutsche Bundesregierung hat mit Sorge auf die dramatische Situation zahlreicher Migranten im Ägäis-Raum reagiert. Nach Schätzungen setzen Tag für Tag Hunderte Schutzsuchende ihr Leben aufs Spiel und versuchen, aus der Türkei zu griechischen Inseln überzusetzen. Aus Seenot gerettet, werden die meisten von ihnen in Erstaufnahmeeinrichtungen wie dem berüchtigten Camp Moria auf Lesbos mit neuem Chaos konfrontiert:

"Die Situation ist trostlos"

Der Vertreter des Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Griechenland, Philippe Leclerc, machte sich vor Ort ein Bild von der angespannten Lage: "Die Situation ist trostlos. Speziell in Moria auf Lesbos, aber auch in Vathy auf Samos und Pili in Kos. Das sind die drei Hotspots oder Registrierungszentren, wohin die Menschen gebracht werden, und sie sind überfüllt."

Vorsatz der EU?

Humanitäre Organisationen beklagen, die Europäische Union lasse bewusst Tausende Migranten unter miserablen Bedingungen in den Registriercamps ausharren. Und die türkische Regierung bekräftigte an diesem Freitag ihre Drohung, nach der man unter Umständen gezwungen sein werde, den Flüchtlingen die Türen in Richtung Europa zu öffnen. Zuvor hatte Ankara mehr Unterstützung für die Flüchtlinge in der Türkei verlangt.

Philippe Leclerc: "Ich habe Kinder in beklagenswerten, überfüllten Unterkünften gesehen. Die Container sind derart überbelegt, dass die Menschen lieber auf Zelte unter Olivenbäumen neben den Containern ausweichen. Die Lage ist extrem schwierig. Notfallmaßnahmen müssen her, um die Überbelegung zu verringern. Die Menschen müssen nach der Registrierung und der Abnahme von Fingerabdrücken aufs Festland gebracht werden."

Vakuum durch Planungsmängel und Personalnot

Philippe Leclerc ergänzte, dass insgesamt 7000 Migranten sofort von den Inseln aufs Festland gebracht werden könnten, weil sie als schutzbedürftig gelten. Das Problem bestehe darin, dass auch die Einrichtungen auf dem Festland überfüllt seien. Zusätzlich erschwerend: die Asylverfahren in Griechenland kommen wegen Personalmangels nur schleppend voran.

Laut des griechischen Ministeriums für Bürgerschutz leben in den Registriercamps in der Ägäis über 20.594 Menschen, obwohl diese nur für gut 6.000 Bewohner ausgelegt sind.