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Österreich: Rückblick auf Ibiza-Gate

Österreich: Rückblick auf Ibiza-Gate
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Ibiza - ein Ort für Sommerträume, wo politische Sehnsüchte sterben.

Zumindest für den österreichischen Vizekanzler Heinz-Christian Strache.

Der damalige Chef der rechtsgerichteten Oppositionspartei FPÖ wird im Juli 2017 auf Ibiza mit versteckter Kamera gefilmt.

Er redet über schmutzige Tricks, mit denen er die anstehenden Wahlen gewinnen und seine Macht konsolidieren kann - mit Hilfe von russischen Geldgebern.

Doch das Ganze ist eine Falle. Am 17. Mai gelangt das Video an die Öffentlichkeit.

"Ibiza-Gate" wird nun zu einem politischen Wirbelsturm.

Bundeskanzler Sebastian Kurz distanziert sich sofort.

18. Mai: Strache fühlt sich in die Enge getrieben.

"Ja, es war eine besoffene Geschichte, und ich war in einer intimen Atmosphäre verleitet, auch unreflektiert und mit lockerer Zunge über alles und jedes zu polemisieren."

Dann schlägt die Bombe ein.

"Und deshalb habe ich heute auch ein Gespräch mit dem Bundeskanzler Sebastian Kurz gehabt, ... wo ich ... meinen Rücktritt von der Funktion des Vize-Kanzlers der Republik Österreich angeboten habe und er diese Entscheidung annehmen wird."

Bundeskanzler Kurz will die Koalition beenden und bittet Bundespräsident Alexander van der Bellen, nur Stunden nach Straches Rücktritt, Neuwahlen auszuschreiben.

Beide sind sich einig: Das ist die einzige Lösung.

Van der Bellen: "Dieser Neuaufbau, dieser Neubeginn sollte rasch erfolgen, so rasch wie es die Bestimmungen der Bundesverfassung gestatten."

Von nun an sind Kurz' Tage als Bundeskanzler gezählt.

Kurz hatte van der Bellen um die Entlassung des umstrittenen FPÖ-Innenministers gebeten, daraufhin treten alle FPÖ-Minister zurück.

Zwischen Kurz und der FPÖ herrscht nun Kriegszustand.

27. Mai: Die Sozialdemokraten wittern Morgenluft und stellen einen Mißtrauensantrag gegen Kurz - die FPÖ schließt sich dem an.

Angesichts dieser Übermacht hat Kurz keine Chance.

Nach nur anderthalb Jahren im Amt wird Kurz der erste Bundeskanzler, der in Österreich auf diese Wiese gestürzt wird.

Eine Woche später, am 3. Juni, ernennt van der Bellen Verfassungsgerichtspräsidentin Brigitte Bierlein als Übergangskanzlerin.

Die erste Frau in diesem Amt.

Sie bleibt, bis nach den Wahlen am Sonntag ein Nachfolger gefunden wird.

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