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Linke in Thüringen mit 31 % stärkste Kraft, AfD bei 23,4 %

Linke in Thüringen mit 31 % stärkste Kraft, AfD bei 23,4 %
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Nach den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg hat sie es auch in Thüringen geschafft: Die AfD zweitstärkste Kraft. Unter dem Jubel seiner Anhänger prophezeite Spitzenkandidat Björn Höcke in Erfurt schon, die Partei sei auf dem Weg zur gesamtdeutschen Volkspartei.

Die Rechtspopulisten konnten ihr Ergebnis von 2014 mehr als verdoppeln. Sie schoss laut Hochrechnungen auf 23,4 Prozent nach oben.

Stärkste Kraft im Thüringer Landtag wird die regierende Linke, die leicht zulegt. Sie kommt auf 31 Prozent (2014: 28,2).

Die CDU verlor mehr als zehn Prozent und rutscht mit 21,8 Prozent auf den dritten Platz. Für die Christdemokraten, die bisher stärkste Kraft in Thüringen, ist das Wahlergebnis eine Enttäuschung. Spitzenkandidat Mike Mohring sagte, dass die politische Mitte keine Mehrheit bekommen habe, sei ein bitteres Ergebnis.

SPD sackt auf Tiefstand ab

Die SPD sackte weiter ab: auf den neuen Tiefstand von 8,2 Prozent (12,4). Die Grünen lagen bei 5,2 Prozent (5,7) und mussten um den Wiedereinzug in den Landtag bangen. Die FDP kam auf 5,0 und ist damit wieder im Landtag in Erfurt vertreten.

Die Wahlbeteiligung stieg deutlich auf rund 66 Prozent (2014: 52,7).

Die Linke sieht den Sieg von Ministerpräsident Bodo Ramelow ganz klar als Regierungsauftrag. Ihre Partei bleibe die Stimme des Ostens, so Parteichefin Katja Kipping. Auf eine Mehrheit kommt das bisherige Regierungsbündnis Rot-Rot-Grün laut Hochrechnungen aber nicht.

Keine Mehrheit für Rot-Rot-Grün

Laut den Hochrechnungen dürfte der neue Landtag 88 Sitze haben. Demnach kommt die Linke auf 27 Sitze, die CDU auf 21, AfD auf 22. Die SPD könnte 8 Abgeordnete in den Landtag entsenden, Grüne und FDP lägen bei jeweils 5 Mandaten.

Rein rechnerisch wäre demnach eine Koalition aus Linke, SPD, Grünen und FDP möglich. Sie erreichte genau die erforderliche Mehrheit von 45 Sitzen. Rot-Rot-Grün verpasste die Mehrheit mit 40 Sitzen deutlich.

Ebenfalls rechnerisch eine Mehrheit hätten Linke und CDU. CDU-Spitzenkandidat Mohring hatte vor der Wahl eine Zusammenarbeit sowohl mit der AfD als auch mit der Linkspartei aber ausgeschlossen. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak bekräftigte am Sonntagabend: "Unser Wort gilt nach den Wahlen genau wie wir es vor den Wahlen gesagt haben."

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