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Libanon-Krise: Massenproteste trotz Rücktrittsankündigung

Libanon-Krise: Massenproteste trotz Rücktrittsankündigung
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Tausende Libanesen sind trotz der Rücktrittsankündigung ihres Ministerpräsidenten Saad Hariri mit Protesten auf die Straßen von Beirut zurückgekehrt.

Die Massenproteste gegen Korruption und Misswirtschaft im Libanon halten damit an. Dass Hariri geht, reicht den unzufriedenen Menschen nicht.

Der Zweck der Demonstration war es, das gesamte System zu verändern, die Demokratie, die politische Parteien 30 Jahre lang gestohlen haben.
Rula Maalouf
Demonstrantin

Ein weiterer Demonstrant, Ayman Sharouf, sagte: "Wir brauchen eine Veränderung, wir haben mit der Regierung angefangen, jetzt ist das Establishment dran."

In einer Fernsehansprache hatte Hariri am Vortag mitgeteilt, dass er zurücktreten werde: "Ich habe mein Bestes versucht, um eine Lösung zu finden. Ich habe die Stimme des Volkes erhört. Ich habe versucht, Bedrohungen der Landessicherheit, der Wirtschaft und der Gesellschaft abzuwenden. Heute stecke ich in einer Sackgasse. Die Zeit ist reif für eine Schocktherapie im Umgang mit der Krise. Ich werde im Präsidentenpalast mein Rücktrittsgesuch übergeben."

Gewaltsame Auseinandersetzungen

Die seit fast zwei Wochen andauernden Proteste waren weitgehend friedlich verlaufen. Am Dienstag kippte die Stimmung, als Regierungsgegner und Anhänger zweier schiitischer Gruppen gewaltsam aneinandergerieten. Anhänger der Hisbollah und der mit ihr Verbündeten Amal-Bewegung zerstörten Zelte der Protestler im Stadtzentrum, einige Demonstranten ergriffen die Flucht. Mindestens sechs Menschen wurden dem Libanesischen Roten Kreuz zufolge verletzt.

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