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"Revolution everywhere"- Gelbwesten Teil des internationalen Protests?

"Revolution everywhere"- Gelbwesten Teil des internationalen Protests?
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REUTERS/Charles Platiau
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An diesem Samstag erinnern die Gelbwesten mit Protesten in Paris, Lyon und vielen anderen Städten in Frankreich daran, dass sie seit einem Jahr auf die Straße gehen, Kreuzungen blockieren und gegen ihre Lebensbedingungen demonstrieren. Sie sprechen vom #Acte53, da es die 53. Protestwoche ist.

Auf den Champs-Elysée ist der Protest an diesem Samstag verboten, doch schon am Vormittag gab es erste Auseinandersetzungen zwischen Demonstranen und Sicherheitskräften in der Hauptstadt.

Zwanzig Metro-Stationen bleiben geschlossen.

Für viele, die seit einem Jahr bei den Gelbwesten dabei sind, hat diese Bewegung das Leben grundlegend verändert. Auf France Info berichtet Stéphane aus der Region Drôme südlich von Lyon, dass er wegen der Proteste zum ersten Mal in seinem Leben im Gefängnis war. Inzwischen hat er gegen die Verurteilung zu 18 Monaten Haft Einspruch eingelegt und ist wieder auf freiem Fuß. Und Stéphane war bei einer Versammlung der französischen Gelbwesten in Montpellier, auf der über den internationalen Kampf und die Solidarität mit anderen Protestbewegungen diskutiert wurde.

"Revolution everywhere"

"Was in Chile oder in Hongkong passiert, bewegt die Gelbwesten sehr," sagt Stéphane im Gespräch mit France Info. "Einige meinen, dass die Gelbwesten diese Proteste ausgelöst haben. Ich weiß es nicht, auf jeden Fall geht es weiter."

Beim Treffen der Gelbwesten in Montpellier wurden Slogans auf Englisch, Spanisch und Arabisch besprochen, die am Jahrestag der Bewegung in Frankreich ausprobiert werden sollten. "Revolution everywhere" und "que se vayan todos".

In Hongkong protestieren vor allem Studenten für Menschenrechte und mehr Unabhängigkeit von China, in Chile herrschen seit Wochen Unruhen durch die Proteste gegen die Regierung und für eine jetzt beschlossene neue Verfassung.

Französische Soziologen verweisen darauf, dass die Gelbwesten vor allem Franzosen sind, die nicht in den Städten leben, meist lange Fahrzeiten mit dem Auto zu ihrer Arbeit haben und sich abgehängt fühlen. Zunächst haben sie gegen die im Rahmen des Klimapakets beschlossene Erhöhung der Benzinpreise protestiert, heute richten sie sich gegen ihrer Ansicht nach zu hohe Steuern und gegen die Regierung Macron.

Internationale Journalisten begleiten die Gelbwesten

Die Ex-Euronews-Reporter Luis Carballo und Kai Horstmeier haben die Gelbwesten seit einem Jahr begleitet und einen Dokumentarfilm über die Protestbewegung gedreht. Dabei schreiben der Spanier und der Deutsche auf Facebook, dass es eigentlich die Aufgabe eines Journalisten sei, neutral zu berichten, Doch das sei ihnen nicht möglich gewesen. Die Sache der Gelbwesten sei ihre Sache.

Ein Teil der protestierenden Studenten macht bei Gelbwesten-Protesten mit

In Frankreich hat sich ein Teil der Studenten, die protestieren, seit sich in Lyon ein 21-Jähriger selbst angezündet hat, um durch seine Verzweiflungstat auf seine prekäre Lage hinzuweisen, den Protesten der Gelbwesten angeschlossen.

Streiks im Dezember

Ab dem 5. Dezember soll es in ganz Frankreich eine Streikwelle gegen die Regierung von Emmanuel Macron geben, die seit mehreren Monaten geplant ist. Bei diesen von mehreren Gewerkschaften angekündigen Streiks, die vor allem den öffentliichen Nahverkehr in Paris lahmlegen sollen, wollen sowohl die Gelbwesten als auch die protestierenden Studenten mitmachen.

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