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Umfassender Wandel: Italien will Vorreiter beim Klimaschutz werden

Umfassender Wandel: Italien will Vorreiter beim Klimaschutz werden
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Es sind wegweisende Maßnahmen der neuen italienischen Regierung. Diese hat sich verpflichtet, die Klimakrise ernst zu nehmen. Ein sogenannter "Green Deal" mit einem Volumen von 55 Milliarden Euro soll das Land in den nächsten 15 Jahren zum Musterbeispiel Europas werden lassen.

Zu den Ideen gehören Prämien für diejenigen, die die öffentlichen Verkehrsmittel anstatt des Autos nutzen. Außerdem sollen Ladenbesitzer, die Lebensmittel und Flüssigkeiten verpackungsfrei verkaufen finanziell unterstützt werden. Noch nie standen die staatlichen Ausgaben so sehr im Zeichen des Umweltschutzes.

Größtes Problem: Plastikmüll

"Der erste Artikel der Klimaverordnung schreibt vor, dass die gesamten wirtschaftlichen Planungen dieser und der nachfolgenden Regierungen grün sein müssen", so Italiens Umweltminister Sergio Costa.

Das Ziel der "Grünen Revolution" in Italien: Ressourcen schaffen für Bildung und Soziales und Steuern senken.

Die Unmengen Plastikabfall sind allerdings die größte Herausforderung. Mehr als 500.000 Tonnen Müll landen jedes Jahr im Mittelmeer.

Plastiksteuer als Lösung?

Euronews-Reporterin Giorgia Orlandi zum größten Streitthema hinsichtlich der neuen Ausrichtung der Regierung:

"Die kontroverseste Maßnahme des neuen 'Green Deals' der Regierung ist die sogenannte 'Plastiksteuer'. Der ursprüngliche Plan war die Bekämpfung der Umweltbelastung durch Kunststoff. Unternehmen sollten eine Abgabe von einem Euro für jedes Kilogramm Plastik zahlen, dass sie produzieren - darunter Verschlüsse, Flaschen, Behältnisse für Milch- und Reinigungsmittel sowie Verpackungen und Produktetiketten im Allgemeinen. Vor Kurzem versprach die Regierung, diese Maßnahme noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Mehrere Verbände hatten sich beschwert. Sie argumentieren, die Branche könnte Schaden nehmen, weil auf die Verbraucher dann höhere Preise zukämen."

"Null-Emissionsziel" bis 2050

Die Italiener s"ind gespalten. Laut einer aktuellen Umfrage befürworten nur 54 Prozent das Vorhaben.

"Wenn es so angewandt wird, wie gedacht, ist es eine gute Idee. Wenn es allerdings nur Augenwischerei ist, überzeugt es mich nicht", sagt ein Passant.

Eine weitere Passantin mit Einkaufstüte in der Hand meint: "Wenn ich mir ansehe, was ich gerade gekauft habe: Tomaten, Fleisch - alles ist in Plastik verpackt. Ich denke, diese Steuer ist fair."

Einige Industrieunternehmen und Wirtschaftsverbände unterzeichneten ein Schreiben, in dem sie die Regierung auffordern, die vorgesehene Maßnahme fallen zu lassen.

"Nichts ist endgültig, das ist der Beginn einer Reise", so Costa. "In den vergangenen 40 Jahren wurde nichts getan. Ich finde, es ist eine tolle Leistung, dass wir jetzt alle drei Monate ein neues Gesetz erlassen."

Italien hat große Ambitionen. Das Land hat sich ein "Null-Emissionsziel" bis 2050 gesetzt.

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