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Presseecho zur Wahl: "Der Zirkus ist vorbei, aber der Clown bleibt"

Presseecho zur Wahl: "Der Zirkus ist vorbei, aber der Clown bleibt"
Copyright  Habib Ayoade/Unsplash
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Großbritannien hat gewählt, Premier Johnson freut sich über eine solide Mehrheit für seinen Brexit-Kurs. Sein Kalkül ist aufgegangen. Was sagen die Zeitungen weltweit zu der Entwicklung?

Die Online-Ausgabe der konservativen polnischen Zeitung "Rzeczpospolita" schreibt:

"Jetzt haben wir den größten Sieg der Tories seit Margaret Thatcher. Das heißt vor allem, dass Großbritannien die EU zum 31. Januar verlassen wird. Bis dahin wird es der Premier mühelos schaffen, im Parlament die Ratifizierung jenes Abkommens durchzubringen, das er vor zwei Monaten mit Brüssel ausgehandelt hat. Dank diesem allen steigt Johnson nun zur Liga der großen britischen Premierminister auf - in einer Reihe mit Margaret Thatcher und Tony Blair."

Zu Johnsons Wahlsieg schreibt El Mundo aus Spanien:

"Die Wahl wird die von (David) Cameron eröffnete Spaltung nicht verringern und nicht dazu beitragen, die notwendige Einheit wiederherzustellen, um das Trauma der Trennung von der EU zu überwinden. Sie hat stattdessen neue Spaltungen zwischen den Generationen eröffnet, zwischen Städten und ländlichen Gebieten, zwischen Nationalisten und Globalisten, zwischen Europabefürwortern und Populisten, zwischen solidarischen und fremdenfeindlichen Gruppen."

Die schwedische sozialdemokratische Aftonbladet: Der Zirkus ist vorbei, aber der Clown bleibt

"Die Alternativen wären tatsächlich schlimmer gewesen. Die EU, und Großbritannien, entgehen einem Crash. Mit der Mehrheit im Rücken kann Johnson endlich eine Mehrheit hinter dem Austrittsabkommen versammeln. So wie sich die Dinge entwickelt haben, war das vielleicht das Beste, auf das wir hoffen konnten. Wir können jedenfalls froh sein, dass der Zirkus vorbei sein wird - selbst wenn der Clown weiter auf der Bühne bleibt."

Der Guardien aus Großbritannien kommentiert:

"Es war weniger eine Wahl als vielmehr ein Unbeliebtheitswettbewerb. Boris und Corbyn waren im ganzen Land sehr unbeliebt und ihnen wurde misstraut. Worum es wirklich ging, war, welcher Führer am wenigsten gehasst wurde. Ein Rennen, das Boris mühelos gewann. Niemand erwartete von ihm, dass er die Versprechen einhielt, die er gemacht hatte, aber man machte sich darüber weniger Sorgen als über die Versprechen, die Labour einhalten könnte."

In Zürich schreibt die NZZ:

"Sein gebetsmühlenartig vorgetragener Slogan "Bringen wir den Brexit hinter uns" hat seine Wirkung offensichtlich nicht verfehlt. Die meisten Brexit-Anhänger – unter ihnen eine beachtliche Anzahl traditioneller Labour-Wähler – haben ihre Stimme für die Tories eingelegt. (...) Der nun zu erwartende EU-Austritt am 31. Januar wird zur Überraschung vieler Briten nur eine kurze Atempause bringen. Denn "ofenfertig" ist der Brexit, anders als vom Premierminister im Wahlkampf behauptet, keineswegs."

Das NRC Handelsblad aus den Niederlanden schreibt:

«Die politische Landschaft Großbritanniens ist gewaltig erschüttert worden. Wenn sich die Vorhersagen bewahrheiten, wird nicht nur das Unterhaus anders aussehen, auch der Ton der Debatte wird sich verändern und die politischen Lager werden völlig unterschiedliche Merkmale haben. Das vertraute Bild der Patt-Abstimmungen im Parlament über den Brexit wird es nicht mehr geben. Premierminister Boris Johnson steuert auf einen Erdrutschsieg von 368 Sitzen zu. Wenn er nächste Woche einen Gesetzentwurf einreicht, um einen britischen Austritt aus der EU vor dem 31. Januar 2020 zu veranlassen, wird das Unterhaus dem zustimmen.

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