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Massenprotest gegen Rentenreform: Erstmals alle Gewerkschaften gemeinsam

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Massenprotest gegen Rentenreform: Erstmals alle Gewerkschaften gemeinsam
Copyright  AP   -   Daniel Cole
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Hunderttausende sind auch an diesem Dienstag gegen die geplante Rentenreform in Frankreich auf die Straße gegangen. Erstmals hatten alle Gewerkschaften gemeinsam zu Aktionen aufgerufen. Landesweit waren es laut Behördenangaben mehr als 600.000 Menschen. Die Gewerkschaft CGT hingegen sprach von insgesamt etwa 1,8 Millionen Demonstranten.

Die Botschaft an die Regierung sei klar, so der CGT-Vorsitzende Philippe Martinez."Hören Sie auf die öffentliche Meinung, hören Sie auf die Streikenden, hören Sie auf die Demonstranten. Sie wollen, dass sich die Situation verbessert, das wollen wir auch. Jetzt liegt es an Ihnen, zu sagen: Wir fangen noch mal bei null an, stoppen dieses Projekt und diskutieren ernsthaft darüber, wie wir das System verbessern können. Wir haben Vorschläge, das kann niemand leugnen. Es sind echte Gegenvorschläge. Wir sollen Lösungen finden, und wir haben einige. Die müssen sie nun umsetzen."

Erneut waren der Zug- und Flugverkehr massiv gestört. In Paris blieben die meisten Metros geschlossen. Auf den Bahnhöfen und in Zügen spielten sich zum Teil dramatische Szenen ab. Besonders hart traf der Streik wie jedes Mal die Menschen, die aus den Vorstädten ins Zentrum fahren mussten und keine andere Wahl hatten. Auch die großen Verkehrsachsen waren hoffnungslos verstopft.

Auch Eifelturm geschlossen

Selbst Touristen in der Weltmetropole bekamen den Ausstand zu spüren. Berühmte Sehenswürdigkeiten wie der Eiffelturm und zahlreiche Museen blieben am Dienstag geschlossen..

An den Protesten beteiligten sich auch Lehrer, Anwälte, Justizangestellte sowie Krankenhaus-Mitarbeiter. Die Ablehnung der Rentenreform bringt in Frankreich ein so breites Bündnis auf die Straße, wie seit Langem nicht.

Es würden weniger Klassen bestreikt, sagt diese Mutter, deswegen habe man ein paar mehr Kinder unterbringen können, aber die Eltern stünden ohnehin hinter den streikenden Lehrern.

Wäre die Schule geschlossen gewesen, hätte man sich untereinander arrangiert, fügt eine andere Mutter hinzu. Das hätte auf keinen Fall gestört.

Ein Ende der Protestwelle ist nicht in Sicht. Die Streiks sollen auch am Mittwoch, den 14. Tag in Folge weitergehen. Die Staatsbahn SNCF kündigte weitere massive Störungen im Fernverkehr an. Zur Entschärfung des Konflikts trifft Premier Édouard Philippe am Mittwoch Nachmittag Vertreter von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden.