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Massenflucht wegen Kämpfen in Syrien: Erdogan droht Europa

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Massenflucht wegen Kämpfen in Syrien: Erdogan droht Europa
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Immagine: AFPTV
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Vor dem Hintergrund Zehntausender Menschen, die aus der syrischen Provinz Idlib Richtung türkische Grenze fliehen, sieht der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Europa in der Pflicht. Er sagte, sein Land werde den Zustrom nicht alleine schultern können, "alle europäischen Länder, insbesondere Griechenland, würden die negativen Folgen zu spüren bekommen". Die Staatsführung sprach von einer "neuen Migrationswelle" nach Europa.

Bereits zuvor hatte Erdogan wiederholt gedroht, die Türkei könnte ihre Grenze öffnen, um für Vertriebene den Weg frei Richtung EU zu machen.

"Die Situation ist dramatisch"

Gewaltsame Zusammenstöße und die Einnahme von Rebellengebieten durch syrische Streitkräfte lösten die Massenflucht aus. Mit den syrischen Regierungstruppen verbündete russische Militärflugzeuge setzten ihre Angriffe auf den Süden Idlibs fort. Das berichtet die in Großbritannien ansässige oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Dabei sollen sieben Zivilisten getötet worden sein, die zu fliehen versuchten.

"Die Situation ist dramatisch", so Mohammed al-Ata, ein Geflüchteter aus Khan al-Sabil. "Es gibt schwere Bombardierungen. Die Militärflugzeuge fliegen ständig."

"Ich habe meine Familie dabei", erklärt Ibrahim al-Tah, ein anderer Geflüchteter aus Maarat Hurmah. "Wir versuchen, in einem Zelt unterzukommen. Ob wir es schaffen, wissen wir noch nicht. Es ist kalt und es regnet, ohne Heizung kann man nicht schlafen. So leben wir. Immerhin - Gott sei Dank."

Humanitäre Hilfe der UN vor dem Aus?

Erst kürzlich hatten Russland und China im UN-Sicherheitsrat ihr Veto gegen eine Resolution zur Fortführung der humanitären Hilfe der Vereinten Nationen in Syrien eingelegt. Es geht um Güter, die über Grenzübergänge in das Land gebracht werden, die nicht von Machthaber Baschar al-Assad kontrolliert werden.

Im Jahr 2016 einigten sich die EU und die Türkei auf einen Flüchtlingspakt. Demzufolge kann Griechenland illegal eingereiste Migranten zurück in die Türkei schicken. Dafür nimmt die EU andere syrische Flüchtlinge aus der Türkei auf und stellt für das Land finanzielle Hilfe für die Versorgung von Vertriebenen bereit. Doch die Mittel reichen Erdogan nicht. Nach eigener Aussage nahm die Türkei bislang rund 3,7 Millionen Flüchtlinge aus Syrien auf.

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