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Türkisches Schiff gekapert - Erdogan droht mit Eingreifen in Libyen

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Türkisches Schiff gekapert - Erdogan droht mit Eingreifen in Libyen
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In Libyen haben Anti-Regierungseinheiten der selbsternannten Libyschen Nationalarmee (LNA) von General Khalifa Haftar ein türkisches Schiff gekapert. Hintergrund ist die immer offenere Unterstützung der Türkei für die offizielle Regierung in Tripolis.

Deren Gegner behaupten, die Türkei liefere auch Waffen. Tatsächlich kontrollieren die LNA-Truppen des auftständischen General Haftar große Teile des Landes. Die von der UNO anerkannte Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch hat nur die Hauptstadt Tripolis wirklich unter ihrer Kontrolle.

Türkei bereit "zu Land, auf See oder in der Luft" einzugreifen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hält die Intervention seines Landes in Libyen für legitim.

Erdogan erklärte an diesem Sonntag in Izmir: "Wir sind uns bewusst, dass es mehr und mehr Anstrengungen gibt, die legitime libyische Regierung zu stürzen. Wir unterstützen die rechtmäßige Regierung Libyens. Wenn nötig, werden wir alle Gelegenheiten zu Land, auf See oder in der Luft ergreifen, um ihr auch militärisch beizustehen."

Türkei und Katar leisten umstrittene Hilfe

Auch in Libyen regt sich Kritik am Eingreifen der Türkei und von Katar. Der Abgeordnete Talal Al-Mihoub beschuldigt beide Staaten, über die Muslimbrüder Terrorakte zu finanzieren.

"Das verlängert nur das Chaos und bedroht andere nordafrikanische Staaten - es richtet sich auch gegen die Küsten im Süden Europas und soll Chaos und Terror in diese Länder bringen."

Der griechische Außenminister Nikos Dendias beklagte bei seinem Libyen-Besuch besonders die Abkommen mit der Türkei zur Veränderung der Seegrenzen in einem erdgasreichen Gebiet. Auch die EU hat dieses Abkommen kritisiert, das der Türkei die Nutzung von Erdgasvorkommen vor Kreta zusichert.

Griechenlands Außenminister traf bei seinem Bersuch auch den oppositionellen General Haftar.