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Iran feuert Raketen auf US-Truppen im Irak

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Iran feuert Raketen auf US-Truppen im Irak
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Der Iran hat zwei Militärstützpunkte im Irak angegriffen, die auch von US-Soldaten genutzt werden.

Laut Aussage des Irans sei der Angriff Vergeltung für die Tötung seines Generals Ghassem Soleimani, der in der vergangenen Woche von US-Drohnen getötet wurde.

Betroffen war der Luftwaffenstützpunkt Al Asad im Zentrum des Iraks und eine Basis in der nördlichen Stadt Erbil. In Erbil sind auch deutsche Bundeswehr-Soldaten stationiert.

Die irakische Armee meldete, dass insgesamt 22 Raketen eingeschlagen seien, kein irakischer Soldat sei dabei getötet worden.

Wie der arabische Nachrichtensender Sky News Arabia zuvor berichtete, sind fünf irakische Soldaten bei dem Angriff verletzt worden.

Laut Aussage des iranischen Staatsfernsehens seien bei dem Angriff 80 Menschen ums Leben gekommen. Offizielle Bestätigungen hierzu liegen noch nicht vor.

In einer Erklärung des US-Verteidigungsministeriums heißt es, die Raketen seien vom Iran aus gestartet worden und hätten auf mindestens zwei US-Basen gezielt.

Der iranische Außenminister Javad Zarif bestätigte auf Twitter, dass der Iran für den Raketenangriff verantwortlich sei. Er fügte aber hinzu, keine Eskalation oder einen Krieg anzustreben - man wolle sich nur gegen jede Art von Aggression verteidigen.

In Washington waren die wichtigsten Minister von US-Präsident Donald Trump zu einer Krisensitzung zusammengekommen. Trump schrieb auf Twitter, dass alles gut sei. Man habe das am besten ausgestattete Militär auf der Welt.

Noch vor den Attacken hatte Trump, für den Fall eines Angriffs, mit "sehr starken" Konsequenzen gedroht.

Im Irak sind rund 5.000 US-Soldaten stationiert, die ein internationales Militärbündnis zum Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat anführen.

Die deutsche Bundesregierung hat den iranischen Vergeltungsangriff scharf verurteilt. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte, dass man "diese Aggression auf das Schärfste" zurückweise. Jetzt müsse alles getan werden, um die Lage zu beruhigen.

Kramp-Karrenbauer betonte, dass es jetzt entscheidend darauf ankommen werde, dass sich diese Spirale nicht weiter nach oben drehe. Die Bundesregierung werde dazu alle Möglichkeiten auf allen Kanälen nutzen. "Es ist jetzt vor allem an den Iranern, keine zusätzliche Eskalation zu betreiben, deswegen geht der Appell insbesondere noch einmal nach Teheran", so die Verteidigungsministerin.

Der direkte Angriff aus dem Iran hebt den Konflikt zwischen den USA und dem Iran auf eine neue Eskalationsstufe.